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5 Punkte für Style und Stil: Erklärung der antifa [f] zu den neusten Dresscodes und Distanzierungen

erstellt von autonome antifa [f] Veröffentlicht am: 22.04.2008 19:05

"Macht doch alle, was ihr wollt, ich hab darauf kein Einfluss - ich erwehr mich nur des Eindrucks, dass es einfach so sein muss" (Blumentopf). 1. Bei der Antirepressionsveranstaltung der Jugendantifa im Institut für vergleichende Irrelevanz am 8.04 in Ffm. wurde eine Antifaschistin aufgrund ihres Palituches, das sie nicht ablegen wollte, mit Verweis auf einen Beschluss des IVI-Plenums aufgefordert, das IVI zu verlassen.

Auch wenn wir eine Kritik am Palituch - sofern es als Symbol der einseitigen Parteinahme im Nahostkonflikt getragen wird - haben, halten wir  trotzdem den Erlas von politisch-korrekten Kleiderordnungen innerhalb der Linken für Quatsch. Weder kann die Teilnahme von AntifaschistInnen an Veranstaltungen  von deren Outfit, Schal, Buttons, etc. noch die Solidarität mit ihnen von der  jeweils "richtigen" Position im Nahostkonflikt abhängig gemacht werden.
Statt solch identitären Revierkämpfe wollen wir eine kritische Auseinandersetzung, die sich mit den jeweiligen Widersprüchen auseinandersetzt. Nur so lässt sich eine tatsächlich linksradikale Position jenseits von Rassismus, Antisemitismus und national(staatlich)en Zuschreibungen entwickeln und praktisch machen. Vielleicht überdenken die GenossInnen aus dem IvI ihre Türpolitik noch mal? Wir fänden das notwendig.

2. Klar ist aber auch: Diskussionsverweigerung (und sogar Gewalt gegen AntifaschistInnen) ging im Rhein-Main-Gebiet bisher nicht von "israelsolidarischen" Linken aus.
Eine Diskussionsführung, die sich immer nur versichern möchte, dass man/frau mit seiner Identität auf der richtigen Seite steht und die damit dem notwendigen Streit über begriffliche Unterschiede und reale Widersprüche - wie z.B. die Teilnahme von offen rechtsradikalen Gruppen auf Friedensdemos - aus dem Weg geht ist (unabhängig von ihren Inhalten) identitäres Getue.
Der Versuch gegen eine kontroverse Diskussion in der Linken, dann auch noch die eigene Ideologie mit Drohungen, Distanzierung, Unterstellung oder gar Gewalt durchzusetzen, ist aber schon vom Stil her reaktionär und doof.
Wer Diskussionen in der Linken mit dem Verweis auf Labels ("Antideutsch", "Antiimp") - was immer die dann  im Einzelfall überhaupt heißen mögen - verweigert, hilft jedenfalls ohnehin weder der "Veränderung der Gesellschaft" noch "den Unterdrückten", sondern nur der eigenen Identitätsbildung.

3. Links in diesem Sinne sind übrigens alle, die den Anspruch darauf haben. Marx hat das mal so umschrieben: "Alle Verhältnisse umstürzen in denen der Mensch ein geknechtetes, verlassenes, verächtliches, usw. usf. … Wesen" ist.
An eben diesem  Anspruch müssen Worte und Taten immer wieder gemessen, diskutiert, kritisiert und daran muss sich gestritten werden.

4. Zur eventuellen Diskussion noch mal der Hinweis auf unseren jahrealten, offenen Brief an die Friedensbewegung hier:
http://www.antifa-frankfurt.org/innerlinke_Diskussion/sieben_stichpunkte.html
Und der Hinweis auf unsere noch ältere Stellungsnahme zu „Antideutschen“ und „Antiimps“ hier:
http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=272&print=#o21 

5. Schicke Schals und Klamotten gibt es ansonsten hier:
(Anmerkung d. Red.: Auf unserer Seite gibt es keine kommerzielle Schleichwerbung. Wir haben uns erlaubt, den eigentlich hier aufgeführten Link auf die Webseite eines namhaften Sportswear-Herstellers wegzulassen.)


gez.
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