Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Nachrichten »Faites votre jeu!« sucht Zeitzeug_innen zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses »Klapperfeld«
Anmelden


Passwort vergessen?
 

»Faites votre jeu!« sucht Zeitzeug_innen zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses »Klapperfeld«

erstellt von Faites votre jeu! Veröffentlicht am: 17.12.2009 17:19
Nach einer gelungenen Ausstellungseröffnung und weiterer Recherche zur Geschichte des alten Polizeigefängnisses »Klapperfeld« in Frankfurt, sucht die Initiative »Faites votre jeu!« nun weitere Zeitzeug_innen, welche etwas über die Ereignisses im damaligen Gefängnis »Klapperfeld« berichten können.

Dazu Maja Koster: »Von vornherein hatten wir klargestellt, dass es für uns unvorstellbar ist, ein Gebäude wie das ehemalige Gefängnis ›Klapperfeld‹ ohne geschichtspolitische Auseinandersetzung unreflektiert zu nutzen. Dies ist auch der Grund, warum wir die Ergebnisse unserer Arbeit in Form einer Dauerausstellung vorstellen. Wir verstehen unsere Arbeit zur Geschichte des ›Klapperfeldes‹ jedoch als kontinuierlichen Prozess. Um mehr über die Vergangenheit des Gefängnisses heraus finden zu können, hoffen wir nun Zeitzeug_innen zu finden, welche uns von dortigen Ereignissen berichten können. Es ist uns wichtig nicht nur die Ereignisgeschichte durch Dokumente darzustellen, sondern auch die Erlebnisberichte einzelner Menschen aufzuzeigen und so der sozialen Wirklichkeit, eingebettet in den gesellschaftlichen Kontext, mehr Raum zu geben.«

Bereits bevor die Initiative der Nutzung des alten Polizeigefängnisses zugestimmt hatte, machte sie mehrfach deutlich, dass es für sie Grundvoraussetzung ist, sich eingehend mit dem Bau und seiner über hundertjährigen Geschichte zu beschäftigen. Der heutige Standort des »Klapperfeldes« war schon lange Zeit Ort der Ausgrenzung.

Bereits im 16. Jahrhundert befand sich dort ein Pest- und später ein Armen-, Waisen- und Zuchthaus. 1886 wurde an dieser Stelle das Gefängnis zusammen mit dem inzwischen nicht mehr existierenden Polizeipräsidium fertiggestellt. Ab 1933 diente das Gefängnis in der Klapperfeldstraße der Frankfurter Gestapo zur Inhaftierung und Folter. Trotz dieser Nutzung durch die Gestapo wurde das Gefängnis auch nach 1945 als solches genutzt. Insbesondere während der Studierendenproteste der 60er Jahre gewann das Gefängnis für den staatlichen Repressionsapparat aufgrund der hohen Zahl von Verhaftungen an Bedeutung. Auch bei anderen Demonstrationen wurden zahlreiche Demonstrant_innen in vorübergehenden Gewahrsam genommen, wie z.B. bei den Protesten gegen die Startbahn West. In den letzten Jahren der Nutzung diente das Gebäude vor allem als Abschiebegefängnis.

Ein Programm in einem solchen Gebäude zu gestalten, ohne kritische geschichtspolitische Auseinandersetzung zu nutzen, ist für die Initiative unvorstellbar.

Persönlichen Erfahrungen oder Dokumenten wie Briefe, Tagebucheinträge oder Fotografien, in Bezug auf die verschiedenen
Zeitperioden des alten Gefängnisses »Klapperfeld«, sollen dabei helfen die Geschichte und die verschiedenen Ereignisse, welche dort stattgefunden haben, zu rekonstruieren.

Maja Koster argumentiert: »Ohne Zeitzeug_innen kann keine Geschichte und keine soziale Wirklichkeit rekonstruiert und dargestellt werden. Es ist uns sehr wichtig persönliche Erfahrungen in Bezug auf das ›Klapperfeld‹ zu skizzieren, um so die Geschichte des alten Gefängnisses im gesellschaftlichen Kontext besser darstellen zu können.«

Wenn Sie der Initiative »Faites votre jeu!« helfen können, Informationen zu der Geschichte des alten Polizeigefängnisses
»Klapperfeld« zu finden oder etwas über die dortigen Schicksale und Ereignisse berichten können, melden Sie sich bitte
bei dem Arbeitskreis Geschichte der Initiative »faites votre jeu!« unter: geschichte.klapperfeld@yahoo.de oder unter der
Telefonnummer: 0163-9401683.

Termine
Ausstellung „…gerade Dich, Arbeiter, wollen wir.“ (bis 31. Mai) 01.05.2013 — Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
G-town - Wohnzimmer Ginnheim 10.05.2013 — TSV Ginnheim, Am Mühlgarten 2
Fotoausstellung: „Vom Leben nach Anfal“ - Porträtfotos von Anfal-Überlebenden in Kurdistan-Irak (bis 31. Mai) 17.05.2013 — Katharinenkirche
Film über Pablo Picasso 21.05.2013 — Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5
„Internationalistischer Barabend“ 21.05.2013 — Frida 116, Friedberger Landstraße 116
Cuba im Film 22.05.2013 — Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46a
Podiumsdiskussion: Zukunft in einem vergifteten Land – 25 Jahre nach dem Giftgasangriff auf Halabja 22.05.2013 — Evangelische Stadtakademie, Römer 9
Letzte Bilder. Von Manet bis Kippenberger 23.05.2013 — Schirn, Römerberg
Der „Kampf gegen die Erderwärmung“ und die „deutsche Energiewende“ – eine Zwischenbilanz 23.05.2013 — Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
Am Vorabend des Dritten Weltkriegs 23.05.2013 — Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5
Die Inzwischenzeit – Lieder und Gedichte aus dem Exil von Hanns Eisler und Bertolt Brecht 24.05.2013 — Dachoval, Matthias-Claudius-Str. 11
Ernst Ludwig Kirchner: Mondnacht (1924). 25.05.2013 — Städel, Schaumainkai
Udo Weinbörner liest aus seinem Roman „Georg Büchner – Das Herz so rot“ 26.05.2013 — Café Wiesengrund
Film: Water Makes Money 26.05.2013 — Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5
Wasserversorgung privatisieren: Kein Thema mehr? 27.05.2013 — Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5
Blockupy 2 30.05.2013 — Frankfurt, Innenstadt
„Dann sieh, dass du Mensch bleibst!“ 11.06.2013 — TSV, Am Mühlgarten 2
Ökologie für Alle statt schwindelerregende Miethöhen 12.06.2013 — Gallus Zentrum, Krifteler Straße
AIDS-Hilfe Sommerfest in der Alte Gasse: Wir feiern 25 Jahre Bar.Café SWITCHBOARD 16.06.2013 — In der Alte Gasse
Die Geschichte des Roten Blocks in Ginnheim 18.06.2013 — Gemeindesaal der Kirchengemeinde St. Familia, Am Hochwehr
Kommende Termine…