“Leben im Alter – In Würde alt werden“ Was Schwule, Lesben und HIV-Infizierte im Alter erwartet und was sie erwarten
Wie diesen Bedürfnissen angemessen begegnet werden kann, darum soll es in einem Thementag gehen, zu dem die AIDS-Hilfe Frankfurt für Samstag, 11. Juli, von 12 bis 18 Uhr ins Bürgerhaus Bornheim einlädt.
Unter dem Motto „Leben im Alter – In Würde alt werden“ stellen Pflegeprofis und engagierte Laien aus Hamburg, Berlin, Köln, München und Frankfurt erste Initiativen in Deutschland vor, in denen homosexuelle Menschen und von HIV und AIDS Betroffene in Würde alt werden können. So berichten Lisa Weiss und Gabriele Wedde über das Konzept der „Villa Anders“, dem bundesweit ersten generationsübergreifenden Wohnprojekt für Lesben, Schwule und Transgender des Vereins Schwul-Lesbisches Wohnen in Köln-Ehrenfeld. Heiko Gerlach, Diplom-Pflegewirt, Coach und Altenpfleger beschäftigt sich mit den Anforderungen an Pflegekräfte, die sich um homosexuelle oder HIV-infizierte Menschen kümmern.
Mit auf dem Podium sitzen Marco Pulver vom Netzwerk Anders Altern/Regenbogenvilla, Diana Zambelli von „rosaAlter“, einer Wohngemeinschaft für schwule Männer ab 50, der Münchner AIDS-Hilfe, Georg Linde von der Frankfurter Initiative Telefonberatung für ältere homosexuelle Männer, Michael Jähme, ein schwuler Selbsthilfe-Aktivist und „Frischer Fünfziger“ aus Köln, sowie Carlos Stemmerich von der Aidshilfe Köln.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschlands Großstädten etwa zehn Prozent der Einwohner Menschen mit schwuler oder lesbischer Lebensweise sind. Unter den schwulen Männern ist der Anteil von Menschen mit HIV und AIDS so hoch wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Bei der Veranstaltung der AIDS-Hilfe Frankfurt geht es also keineswegs um das würdevolle Altwerden einer verschwindenden Minderheit.
Ein besonderes Augenmerk des Thementages liegt auf dem Aspekt, dass es nicht sein darf, dass sich Schwule, Lesben und Transgender als ältere Menschen plötzlich in Verhältnissen wiederfinden, in denen das alte Trauma der Geheimhaltung der eigenen sexuellen Orientierung wiederbelebt wird und Ausgrenzungserfahrungen lebendig werden. Gleiches gilt für Menschen mit HIV und AIDS, die zudem verstärkt noch die soziale Ausgrenzung durch die irrationalen Ängste der Menschen ohne HIV befürchten müssen.
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