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Film: Darwins Albtraum (Darwins Nightmare)

erstellt von redaktion Veröffentlicht am: 20.02.2008 02:25

Montag, 26. Mai 2008, 20 Uhr: Ein Film von Hubert Sauper (107 Min., 2004): Irgendwann in den sechziger Jahren wurde eine fremde Fischart in den Viktoriasee in Ostafrika eingesetzt - es war ein kleines wissenschaftliches Experiment. Der Nilbarsch, ein hungriges Raubtier. Dieses hat es innerhalb von drei Jahrzehnten geschafft, fast den gesamten Bestand der ehemals 400 Fischarten auszurotten. Unternommen wurde dagegen jedoch nichts, denn bis heute sind die weißen Filets des Nilbarsches ein weltweiter Exportschlager. An den Ufern des größten tropischen Sees der Welt landen jeden Abend riesige Frachtflugzeuge, um am nächsten Morgen wieder in die Industrieländer des Nordens zu starten, beladen mit Hunderten Tonnen frischer Fischfilets.

Was
Wann 26.05.2008
von 20:00
Wo Naxoshalle
Name Theater Willy Praml
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In Richtung Süden jedoch ist eine andere Ladung an Bord: Waffen. Für die unzähligen Kriege im dunklen Herzen des Kontinents. Dieser florierende globale Handel von Kriegsmaterial und Lebensmitteln hat an den Ufern des größten tropischen Sees der Welt eine seltsame Stimmung und Menschenmischung erzeugt, welche die "Darsteller" dieses Films repräsentieren: einheimische Fischer, Agenten der Weltbank, heimatlose Straßenkinder, afrikanische Minister, EU-Kommissare, tansanische Prostituierte, russische Piloten...

Um diesen Projekt zu realisieren bedurfte es einer minimalistischen Methode. Mein ständiger Begleiter Sandor, meine kleine Kamera und ich. In Tansania konnten wir kaum einmal als normales Filmteam auftreten. Um mit den Frachtflugzeugen hin- und her zu fliegen, mussten wir uns mit weißen Hemden, gebügelten Hosen und gefälschten Papieren bewegen, als Piloten verkleidet gingen wir durch die Kontrollen. In den Dörfern sah man selten Weiße, und man hielt uns demnach für Missionare. In den Fischfabriken fürchtete man, wir seien Hygienekontrolleure der EU, und in den Bars der Hotels mussten wir australische Geschäftsmänner darstellen, denn Missionare sieht man dort ungern. Wir waren immer dort, wo man eigentlich nichts zu suchen hat: Im Tower des Flughafens, an welchem die Holzkisten mit den Waffen aus- und die Fische eingeladen werden, bei den Prostituierten, wo gewöhnlich Kunden nicht mit Kameras sitzen, an den Müllhalden der Fische, die außer den Geiern und den Maden kaum jemand gefunden hatte, und wo kein Westler je Zutritt hatte.


Das Filmgespräch moderiert Florian Schwinn. Zu Gast u. a. Werner Rätz, attac


Einlass (zum Ankommen und für Getränkekauf): 19.30 Uhr
Filmbeginn: 20.00 Uhr
Filmgespräch ca. 21.30 Uhr

Eintritt: 6 Euro (ermäßigt 4 Euro)
Für Schulklassen besondere Ermäßigungen

Kartenbestellungen: Tel. (069) 43054734 oder
theater.willypraml@t-online.de

Ort des Geschehens ist das "Theater Willy Praml" in der Naxoshalle.
Eingang: Wittelsbacher Allee 29
(Straßenbahn Linie 14 oder U-Bahn Merianplatz)
oder über die Waldschmidtstraße gegenüber dem Mouson-Turm

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