Protest und Protestantismus - Die evangelische Kirche und 68
Montag, 26.05.2008, 19.30 Uhr: Selten wurde deutlicher als in den 68er Jahren, wie schwierig es ist, von „der“ evangelischen Kirche zu sprechen, bzw. wie pluralistisch das Leben unter dem Dach des Protestantismus sich darstellt. Evangelische Kirche – repräsentiert durch Teilinstitutionen wie die Evangelischen Studentengemeinden (ESG), Arbeitskreise, einzelne Gemeinden, durch prominente Persönlichkeiten aus Kirche und Theologie, durch Theologiestudenten und Teile der Pfarrerschaft – gehörte zu den engagiertesten Akteuren der Protestbewegung. Evangelische Kirche – insbesondere repräsentiert durch ihre Leitungsgremien, wurde zugleich als Teil des Establishments betrachtet, gegen das sich die revolutionären Aktionen und reformerischen Forderungen nach Veränderung richteten.
Die Situation wurde als Existenzkrise beschrieben. Die Kirche sah sich grundsätzlich in Frage gestellt. Der Theologie Ebeling hat es 1969 so formuliert: „Die Christenheit befindet sich gegenwärtig in Verwirrung. Im deutschen Protestantismus treten die Auswirkungen besonders krass in Erscheinung. Das Band kirchlicher Gemeinschaft droht zu zerreißen … Nicht wenige empfinden die Lage als hoffnungslos.“ Für andere war es dagegen eine Zeit des Aufbruchs und der Neuorientierung: endlich kreise die Kirche nicht länger um sich selbst, sondern beginne die ihr gebotene politische Verantwortung wahrzunehmen.
Kommentiert von Hilde Wackerhagen, Weiberrat Frankfurt am Main
Aus der Reihe: Die 68er und die Kirchen
Mit Dr. Hermann Düringer, Evangelische Akademie Arnoldshain
Ort: Evangelische Stadtakademie, Römerberg 9
Veranstalter: Eine Kooperation der Evangelischen Stadakademie Frankfurt / Römer9 und der Evangelischen Akademie Arnoldshain
Eintritt: € 6,- / ermäßigt € 4,-
Kein rollstuhlgerechter Zugang
