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Überwachungsstaat BRD - Vom Verlust der Freiheitsrechte

erstellt von redaktion Veröffentlicht am: 25.08.2010 15:07
Dienstag, 31. August 2010, 19.30 bis 22 Uhr: Vortrag und Diskussion mit dem Bundesrichter a. d. Wolfgang Neskovic, MdB: Deutschland ist auf dem Weg in den Überwachungsstaat. Ein Überwachungsstaat, der seinen Bürgern misstraut und für eine vermeintliche Sicherheit das aufs Spiel setzt, was zu den wesentlichen Errungenschaften einer Demokratie gehört: Der Schutz der Privatsphäre und die Unschuldsvermutung. Ein Überwachungsstaat, der ein scheinbares Mehr an Sicherheit durch den Verlust von Freiheit erkauft. Der Verlust der sozialen Sicherung und der Verlust der Freiheit gehen Hand in Hand. Der Sicherheitskrieg der Koalition gegen die Verfassung findet in einer Zeit statt, in der das gesellschaftliche Vermögen von unten nach oben stetig umverteilt wird, in der Millionen verarmen und wenige Reiche immer noch reicher werden. Die polizeilichen und geheimdienstlichen Machtinstrumente, die der Staat heute schafft, können sich schon morgen gegen soziale Proteste der Menschen wenden.
Wann 31.08.2010
von 19:30 bis 22:00
Wo Vereinsringhaus Rödelheim
Termin übernehmen vCal
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Die dunklen Phantasien von George Orwell drohen zunehmend Wirklichkeit zu werden: Auf Plätzen, in Geschäften und Bahnhöfen filmen Videokameras die

Bürgerinnen und Bürger. Die privaten Telefon- und Internetverbindungen der Menschen werden gespeichert und ihre Spuren im Internet erfasst. Mit dem
LKW-Mautsystem ist eine lückenlose Überwachung aller Autobahnbenutzer möglich.

Überwachungsstaat

Unternehmen lassen ihre Angestellten beobachten. Lidl ging soweit, sogar Privatdetektive auf seine Kassiererinnen und Kassierer anzusetzen. Die Telekom
überwacht(e) gar den Kommunikationsverkehr von Personen, die sie nie beschäftigte. Und im Namen der Korruptionsbekämpfung ließ unlängst die
Deutsche Bahn Adressen und Kontodaten von 173.000 Beschäftigten mit denen von 80.000 Unternehmen abgleichen. Verdächtig erschienen dem Unternehmen einfach alle Angestellten. Die Betroffenen wurden auch im Nachhinein nicht informiert.

Die Befugnisse von Polizei und Geheimdiensten werden beharrlich erweitert. Nach langem Hin und Her darf das BKA nun auch Online- Durchsuchungen durchführen. Der Verfassungsschutz und die Polizei dürfen die Kennungen von Mobiltelefonen
identifizieren.
Die Geheimdienste sind ermächtigt worden, Fluggastdaten bei Luftfahrtunternehmen, Kontendaten bei Banken, Bestands - und Verkehrsdaten bei Anbietern von Postdiensten und Verbindungs- und Standortdaten bei Telekommunikationsanbietern abzufragen. Sie heften sich auch an die Fersen von Bundestagsabgeordneten und bespitzeln jahrelang Journalisten. Nach dem 11. September 2001 ist unsere Freiheitsphilosophie ins Wanken geraten. Es scheint, als dürfe der Staat plötzlich seine Bürger nach Belieben
überwachen.

Um es mit den Worten des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Hassemer zu sagen: "Es ist heute ungemein schwer, die Freiheitsrechte gegenüber der Sicherheitsorientierung zur Geltung zu bringen. [...] Es gibt ein weitverbreitetes Sicherheitsbedürfnis, und das ist strukturell unstillbar. [...] Wer freiheitsorientiert argumentiert, hat es schwer. Wer sicherheitsorientiert argumentiert, ist eigentlich unwiderlegbar. Er kann auf zukünftige Risiken und auf geheimes
Wissen verweisen."

Kein Zweifel: Deutschland ist auf dem Weg in den Überwachungsstaat.

Ein Überwachungsstaat, der seinen Bürgern misstraut und für eine vermeintliche Sicherheit das aufs Spiel setzt, was zu den wesentlichen Errungenschaften einer Demokratie gehört: Der Schutz der Privatsphäre und die Unschuldsvermutung. Ein Überwachungsstaat, der ein scheinbares Mehr an Sicherheit durch
den Verlust von Freiheit erkauft. Der Verlust der sozialen Sicherung und der Verlust der Freiheit gehen Hand in
Hand.

Der Sicherheitskrieg der Koalition gegen die Verfassung findet in einer Zeit statt, in der das gesellschaftliche Vermögen von unten nach oben stetig umverteilt wird, in der Millionen verarmen und wenige Reiche immer noch reicher werden. Die polizeilichen und geheimdienstlichen Machtinstrumente, die der Staat heute schafft, können sich schon morgen gegen soziale Proteste der Menschen wenden. Der Staat rüstet sich auch für die Sicherung der gesellschaftlichen Verarmung.

Vor diesem Hintergrund wird Wolfgang Neškovic die Frage aufwerfen was der Gesellschaft der Schutz der Privatheit noch wert ist. Er wird seine Kritik anhand von drei konkreten Beispielen anschaulich erläutern: dem Luftsicherheitsgesetz, dem BKAGesetz und dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. Wolfgang Neškovic freut sich auf eine spannende Diskussion mit dem Publikum.

Einladungsflyer zum Dowload

Ort: Vereinsringhaus Rödelheim, Friedel-Schomann-Weg 7, 60489 Frankfurt

Eine gemeinsame Veranstaltung von DIE LINKE.Rödelheim/die farbechten und DIE LINKE. Kreisverband Frankfurt