Zeitzeugengespräch mit Mietek Pemper
Donnerstag, 19. Juni 2008, 19 Uhr: Mietek Pemper wurde im Jahr 1920 in Krakau in einer deutsch-jüdischen Familie geboren. 1938 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften, das mit dem Überfall Hitlers auf Polen ein jähes Ende fand. Aufgrund ausgezeichneter deutscher Sprachkenntnisse wird er nach seiner Deportation ins Konzentrationslager Krakau-Plaszow unfreiwillig zum Sekretär des KZ-Kommandanten Amon Göth. Durch die Kenntnis der Korrespondenz Göths weiß er, dass langfristig nur Juden, die arbeitsfähig und in "Sieg entscheidender Produktion" tätig waren, eine Überlebenschance haben. Sein Hinweis unterstützt die Bemühungen des Industriellen Oskar Schindler um die Rettung jüdischer KZ-Insassen.
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19.06.2008 von 19:00 |
| Wo | Museum Judengasse |
| Name | Freundeskreis Frankfurt/Krakau |
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Die Emaille-Produktion der Fabrik wird daraufhin zum Teil auf Granatenhülsen umgestellt. Pemper führt auch die Liste Schindlers, in der 1200 Mithäftlinge aufgeführt sind, die durch Umsiedlung ins tschechische Brünnlitz vor dem sicheren Tod in den Gaskammern von Auschwitz bewahrt werden sollten.
Am 8. Mai 1945 entlässt Schindler "seine Juden" mit den Worten: "Für euer Überleben dankt nicht mir, dankt euren Leuten, die Tag und Nacht arbeiteten, um euch vor der Vernichtung zu retten. Dankt eurem unerschrockenen Stern und Pemper, die jeden Moment dem Tod ins Auge gesehen haben."
Pemper nahm nach Kriegsende sein Studium in Krakau wieder auf und
schloss 1947/48 in Betriebswirtschaftslehre ab. In der Nachkriegszeit
war er Zeuge und Dolmetscher bei Prozessen gegen Nationalsozialisten,
u.a. bei dem Prozess gegen Göth.
Bis 1958 pflegte Pemper seine Mutter, die halbseitig gelähmt Auschwitz überlebt hatte. Nach deren Tod siedelte er 1958 in die Bundesrepublik Deutschland über und arbeitete als Unternehmensberater und Unternehmer, teilweise zusammen mit Oskar Schindler.
Über seine Vergangenheit schweigt er, bis Spielberg ihn zur Beratung seines 1993 veröffentlichten Films "Schindlers Liste" hinzuzieht. In unzähligen Vortragsveranstaltungen hat er seither insbesondere an Schulen und Universitäten über seine Erlebnisse berichtet. Sein Anliegen ist es, insbesondere der Jugend einen möglichst objektiven Eindruck der Leiden des jüdischen Volkes in den Kriegsjahren zu geben.
Zusammen mit Viktoria Hertling und Marie Elisabeth Müller veröffentlichte er 2005 seine Erinnerungen "Der rettende Weg – Schindlers Liste. Die wahre Geschichte." (Hoffmann & Campe ISBN-10: 3455094937 )
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Eine Veranstaltung zur Ausstellung "Vater Courage": Oskar Schindler – unerkannt in Frankfurt
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