Hrant Dink ermordet!
<p>Kranzniederlegung und Übergabe eines Protestbriefes <br> am 23.01.2007, 15.00 Uhr, Türkische Republik Generalkonsulat Frankfurt, Zeppelinalle 17, 60325 Frankfurt<p> Mahnwache <br> am 23.01.2007, 18.00-20.00 Uhr, Zeil 94, am Springbrunnen<p>
Hrant Dink war überzeugt davon, dass der Mensch im Zentrum der Politik steht und nicht der Staat. Er glaubte an eine vom Gewissen geleitete Betrachtung der Vergangenheit anstatt einer faktenbezogenen. Nur so könne man Gräben überwinden und Annäherung schaffen. Für Hrant Dink lag der Schlüssel zur Verständigung, zur Heilung historischer Wunden und zum Bau von Brücken zwischen den Völkern nicht in Verhandlungen und Abrechnung, sondern im guten Willen. Für seine Überzeugungen ist Hrant Dink stets mutig und unbeirrt in Wort und Schrift eingetreten, dabei hat er stets darauf vertraut, dass seine Offenheit und sein guter Wille verstanden werden.
In seiner letzten Kolumne für die AGOS am 10. Januar schreibt er:
"... Ich weiß nicht, mit wie viel Ungerechtigkeit ich noch konfrontiert werde. Aber bei allem was ich erlebe, eines weiß ich und darauf vertraue ich. Es mag sein, dass ich mir die psychische Unruhe und Verschrecktheit der Tauben zu Eigen gemacht habe, aber ich weiß genau, die Menschen in diesem Land tun Tauben nichts an...." Doch sie tun dies, und taten es.
Eine fanatische Intoleranz, die alles Aufklärende stigmatisiert und ein Nationalismus, der heute längst keine Gefahr mehr, sondern vorherrschend ist, haben Hrant Dink umgebracht. Wir sind es leid, politische Morde zu ächten. Genauso sind wir es Leid, eine rasche Aufklärung des Mordes zu verlangen. Solche Forderungen werden genauso folgenlos bleiben, wie sie es in der Vergangenheit auch taten. Deshalb wünschen wir der Türkei unzählige Hrant Dinks.
Hrant Dink hat trotz allem seine geliebte Heimat nicht verlassen. Mit der gestrigen Tat aber haben die Hoffnung und die Aufklärung der Türkei den Rücken zugekehrt.
Wir haben noch einmal erfahren müssen, daß die Türkische Republik "das Recht auf Schutz zum Leben" nicht gewahrt hat. Hunderte von Menschen wurden ermordet und obwohl man die eigentlichen Täter kannte, konnten diese offiziel nicht ausfindig und für ihre Taten verantwortlich gemacht werden.
Auch Hrant Dink gehört zu diesen Opfern. Wer von uns wird morgen dran sein?
Wir sind ohnmächtig und wütend angesichts dieses schrecklichen Mordes, der Intoleranz und eines entfesselten Nationalismus.
Wir trauern um unseren Freund Hrant Dink und verneigen uns vor seinem ehrenvollen Andenken.
Kranzniederlegung und Übergabe eines Protestbriefes
am 23.01.2007, 15.00 Uhr, Türkische Republik Generalkonsulat Frankfurt, Zeppelinalle 17, 60325 Frankfurt
Mahnwache
am 23.01.2007, 18.00-20.00 Uhr, Zeil 94, am Springbrunnen
Türkisches Volkshaus Frankfurt e.V.; Türkisch Griechischer Freundschaftsverein; Verein der Völkermordgegener e.V; Armenischer Kulturverein in Hessen e.V; Sindelfingen Internationales Zentrum e.V.; Imece Wiesbaden e.V.; ÖDA Koordination Hessen; Freiheit und Solidaritätsverein Mainz e.V. Wetzlar Mozaik Verein e.V., Alevitische Kulturzentrum Frankfurt, Mesopatamischer Kulturverein, Armenischer Gemeinde in Hessen e.V(Hanau), Corum Sportverein, Ce ma Munzur Kulturhaus, Günes Theater, DIDF Frankfurt, Kizilirmak Kulturverein, Destekleyenler: Föderation für demokratische Rechte in Deutschland.
V.i.S.d.P: Ismail Ersan, Türkisches Volkshaus Frankfurt e.V, Werrastr.29, 60486 Frankfurt
