Efrîn benötigt dringend medizinische Hilfe!

erstellt von Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane — zuletzt geändert: 2018-02-26T20:00:20+02:00
Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit“, war vergangene Woche in Rojava und ruft dringend zur Unterstützung der medizinischen Versorgung in Efrîn auf.
Prof. Dr. Gerhard Trabert, Arzt und Vorsitzender von „Armut und Gesundheit e.V.“, war vergangene Woche in Rojava und Nordsyrien. Dort besuchter er auch die vom IS befreite Stadt Minbic. Ein Besuch Efrîns, das eigentliche Ziel seines Besuchs, war jedoch nicht möglich.
 
Trabert berichtet, ihm sei erklärt worden, dass die syrische Regierung ausländischen Besuch in der Region ablehne, weshalb für seine Sicherheit nicht garantiert werden könne. Für Efrîn hatte er 5.000 Euro und 50 Kilogramm Medikamente im Gepäck. „Mir war gesagt worden, dass in Efrîn Antibiotika, Schmerzmittel, Impfstoffe gegen Tetanus und medizinische Hilfsgüter jeglicher Art gebraucht werden. Leider konnte ich nicht nach Efrîn fahren, was ich bedauere. Ich war allerdings im Krankenhaus von Minbic und bin von den dortigen Mitarbeitern informiert worden. Ich habe dort auch einige Verwundete aus Efrîn angetroffen. Eine Krankenschwester, die erst kurz zuvor aus Efrîn zurückgekehrt war, berichtete mir, in Efrîn gebe es 300 verletzte Zivilisten, unter ihnen auch viele Frauen und Kinder. Die Anzahl der getöteten Zivilisten liege bei 180. Mittlerweile sind wohl über 200 Tote zu beklagen. Gestern Abend habe ich zu einem kurdischen Arzt, der Mitarbeiter unseres Vereins ist, Kontakt aufgenommen und von ihm Informationen über die aktuelle Lage erhalten. Er berichtete mir, dass jegliche Art medizinischen Materials benötigt wird.“
 
Prof. Dr. Trabert ruft die internationale Gemeinschaft, Deutschland und Europa dazu auf, die Türkei mit einem Waffenembargo zu belegen. Auf Erdoğan müsse ernsthaft Druck ausgeübt werden, damit der Krieg beendet werde und das Töten der Zivilbevölkerung ein Ende finde. Das wichtigste, sagt er, sei „dafür Sorge zu tragen, dass internationale Hilfsorganisationen nach Efrîn gelangen können.“

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