Keine Ehrung der lettischen Waffen-SS!

erstellt von VVN-BdA Landesvereinigung Hessen — zuletzt geändert: 2017-03-08T19:17:36+01:00
Aufruf zu internationalen Protestkundgebungen am 15. März

Am 16. März wird es in der lettischen Hauptstadt Riga – wie jedes Jahr seit 1991 – zu einem Gottesdienst, einem Ehrenmarsch und einer fahnengesäumten Kundgebung am Freiheitsdenkmal zu Ehren der lettischen Einheiten der Waffen-SS kommen.

Lettland gehört mit Estland, Litauen, der Ukraine und Bulgarien zu den osteuropäischen Staaten in denen Einheiten der Waffen-SS und andere mit den Nazis kollaborierende antisemitische Todesschwadronen als nationale Idole gefeiert werden. Dies geschieht mit staatlicher Duldung und teilweise offener Unterstützung durch Behörden.

Der Rigaer „Ehrenmarsch“ ist eine unerhörte Provokation für die Angehörigen der Opfer der lettischen Polizei und SS-Verbände und für die jüdische, russischsprachige und andere Minderheiten im Land. Er steht nicht nur im Gegensatz zu den Grundwerten der Europäischen Union, deren sonstige Vorzüge der lettische Staat andererseits gerne entgegennimmt, sondern ist auch eine Provokation gegenüber der Russischen Föderation und damit eine Gefahr für den Frieden in Europa.

In Lettland werden antifaschistische Demonstrant*innen erheblichen Repressalien (Telefonüberwachung, Reisebeschränkungen, Behördenschikanen, Polizeiwillkür, staatliche Einflussnahme auf Hotels und Veranstaltungsunternehmen) ausgesetzt. Dies gilt auch für Unterstützer*innen, die aus Deutschland und anderen Ländern anreisen.

Umso wichtiger ist es, auch 2017 Solidarität mit den lettischen Antifaschist*innen zu zeigen. Die VVN-BdA und die Mitgliedsverbände der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) rufen dazu auf, nach Riga zu reisen und am 16. März an der antifaschistischen Kundgebung teilzunehmen.

Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, am 15. März in Rom, Brüssel, Budapest, Athen und auch in deutschen Städten vor lettischen Botschaften und Konsulaten in Europa gegen die Verherrlichung von NS- Kollaborateuren und Massenmördern zu protestieren und Freiheit für Lettlands Antifaschist*innen zu fordern.

Wir rufen in Frankfurt dazu auf,

am Mittwoch, den 15. März 2017 um 18.00 Uhr

sich vor dem Sitz des Honorarkonsulats

zu einer Mahnwache zusammenzufinden.

Honorarkonsulat Lettland in Frankfurt

Börsenstr.15

Wir fordern:

 Schluss mit der Ehrung von NS-Kollaborateuren und Mördern!
 Anerkennen der baltischen Beteiligung am nazistischen Völkermord!
 Freiheit für „Lettland ohne Nazismus“!

Wir wünschen uns, dass möglichst viele demokratische, antifaschistische Organisationen und Menschen dazu aufrufen, gegen die Verherrlichung von NS-Kollaborateuren und Massenmördern zu protestieren und sich dem Appell an die lettische Regierung anschließen, dass Lettlands Antifaschisten und Antifaschistinnen frei und ohne jegliche Repression ihre demokratischen Rechte ausüben können.

Aufgerufen zu dem Protest vor den lettischen Vertretungen in der Bundesrepublik haben die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). In Frankfurt wurde der Aufruf zum Protest von 125 Bürgerinnen und Bürgern mit unterzeichnet, darunter die Frankfurter Gewerkschafts-Geschäftsführer Philipp Jacks (DGB), Michael Erhardt (IG Metall) und Rosi Haus (Verdi), die Frankfurter Parteivorsitzenden Mike Josef (SPD) und Janine Wissler (Die Linke) sowie die Landtags-Abgeordneten Martina Feldmayer (Bündnis90 Die Grünen), Gernot Grumbach und Andrea Ypsilanti (beide SPD) sowie die Bundestags-Abgeordnete Ulli Nissen (SPD).

Zusammen mit dem Vorsitzenden des Landesausschusses Jüdischer Gemeinden in Hessen, Dr. Jürgen G . Richter (AWO), treten Feldmayer, Jacks und Nissen bei dem Protest auch als Redner/innen auf.

http://vvn-bda.de/keine-ehrung-der-lettischen-waffen-ss-internationale-protestkundgebungen/

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. Kreisvereinigung Frankfurt am Main