Keine Verbesserung im Brentano-Hochhaus

erstellt von Mieterinnen und Mieter der Thudichumstraße 18-22 — zuletzt geändert: 2017-12-14T11:33:20+01:00
Mieter und Mieterinnen wehren sich noch immer gegen Belastungen im Brentano-Hochhaus in Rödelheim

Keine Verbesserung der Situation im Brentano-Hochhaus während der Sanierungsarbeiten

Nun besteht auch noch Sorge um die Gesundheit: Monatelang wurde Asbest während der Arbeiten in den Wohnungen freigesetzt

Vermieterin Schader Stiftung und Hausverwaltung VEGIS Immobilien geben keine verlässlichen bzw. genauen Informationen zur Belastung in den Wohnräumen


Am 20. Oktober 2017 haben wir uns mit einem offenen Brief an unsere Vermieterin, die Schader Stiftung, gewandt. Die Situation in unserem Wohnhaus war im Zuge von Sanierungsarbeiten zunehmend schlechter bis unerträglich geworden. Seither hat sich nichts wirklich verändert, geschweige denn verbessert. Stattdessen sind wir fast wöchentlich mit neuen Problemen konfrontiert. Zuletzt wurde uns per Schreiben mitgeteilt, dass während der Sanierungsarbeiten Asbest freigesetzt wurde.

In unserem offenen Brief haben wir unter anderem eine bessere Kommunikation und die Einbindung der Mieter und Mieterinnen in die Entwicklung in und rund um die Immobilie gefordert. Diese wurde in einer Antwort der Schader Stiftung zwar versprochen, eingehalten wurde dies bisher aber nicht. Die Informationslage ist auch im Asbest-Fall – wie aus der Kommunikation mit der Hausverwaltung VEGIS Immobilien Verwaltungs- und Vertriebsgesellschaft mbH (nachfolgend: VEGIS) gewohnt – dürftig. In dem Rundschreiben der VEGIS vom 28.11.2017 wird uns zwar versichert, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe, Messwerte werden uns aber nicht genannt und auch der genannte Ansprechpartner gibt keine genauen Informationen preis. Die Bauarbeiten im Haus wurden nun gestoppt. In den noch zu sanierenden Wohnungen würden die Arbeiten jedoch unter hohen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. In den Wohnungen, wo die Arbeiten abgeschlossen sind und mutmaßlich Asbest freigesetzt wurde, sollen wir unbesorgt sein, Messungen hätten „keine erhöhte Belastung ergeben“. Angesichts dieser widersprüchlichen Kommunikation verlieren wir das Vertrauen in Hausverwaltung wie Vermieterin. Wir haben Angst um unsere Gesundheit. Die Hausverhaltung hat zwar weitere Messungen angekündigt – jedoch ohne genaueres Datum oder Informationen über das weitere Vorgehen.  Wir fragen uns, wie viel Zeit noch verstreichen wird, bevor wir wissen, welcher Belastung wir alltäglich in unseren Wohn- und Schlafräumen ausgesetzt sind. Angesichts der momentanen Situation erachten wir es als skandalös, dass nicht vor Baubeginn Proben der zu bearbeitenden Materialien genommen wurden und von Beginn an entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Bei einem Gebäude mit Baujahr 1977 war die Asbestbelastung zu erwarten. Hier geht es nicht nur um unsere Gesundheit, sondern auch um die der beschäftigten Arbeiter, die ohne entsprechenden, vorgeschriebenen Schutz in den letzten Monaten gearbeitet haben.

Diese neue Entwicklung reiht sich ein in das Verhalten der Schader Stiftung in den letzten Monaten und die Zustände in unserem Haus, die wir bereits im Offen Brief bemängelt hatten: hohe Lärmbelästigung, wochenlang kein warmes bzw. gar kein Wasser, Unterbrechung der Stromversorgung, das ersatzlose Streichen unseres Fahrradkellers, verschlechterte Parksituation, etc. Wir halten die Forderung aus unserem offenen Brief aufrecht, insbesondere die Gewährung der kollektiven Mietminderung um 10% während der gesamten Bauzeit.

Wir sind keine Kapitalanlage. Hinter den Wohnungsnummern befinden sich Menschen. Wir haben ein Recht auf würdevolles und gesundes Wohnen. Dass wir die Schader Stiftung als gemeinnützige Stiftung daran erinnern müssen, erscheint uns mehr als zynisch. Anstelle ihren selbst gesetzten inhaltlichen Zielen gerecht zu werden missachtet die Schader Stiftung Gemeinwohl, weist Verantwortung von sich und verhindert und bestraft auf demokratische Teilhabe gerichtetes Engagement.

Mieterinnen und Mieter der Thudichumstraße 18-22

siehe auch: http://www.frankfurter-info.org/news/umbauarbeiten-und-investitionsstau-wir-haben-genug