Studienfahrten nach Auschwitz und Krakau

erstellt von Die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer — zuletzt geändert: 2017-11-20T19:45:08+01:00
Die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer wird auch im kommenden Jahr wieder zwei offen ausgeschriebene Studienfahrten nach Auschwitz und Krakau anbieten.

Sie sind sowohl als Bildungsurlaub wie auch als Lehrerfortbildung anerkannt. Termine: 8. – 14. März 2018 und 28. September – 4. Oktober 2018.

Bei der Mitgliederversammlung des gemeinnützigen Vereins im Bad Vilbeler AWO-Treffpunkt wurde Uwe Hartwig aus Ober-Mörlen/Wetteraukreis als Vorsitzender ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie sein Stellvertreter Neithard Dahlen (Butzbach) und der Kassierer Matthias Tiessen (Frankfurt). Andreas Kilian (Frankfurt) wurde als Beisitzer neu in den erweiterten Vorstand gewählt. Der 1974 geborene Historiker war in den 1990er Jahren einer der Ersten, die in der Gedenkstätte Auschwitz über die Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste ein Freiwilliges Soziales Jahr leisteten. Bestätigt für eine weitere zweijährige Amtszeit wurden zudem die Vorstandsmitglieder Martina Hörber (Mühlheim), Angelika Berghofer-Sierra (Frankfurt), Wolfgang Gehrke (Ronneburg), Hans Hirschmann (Bad Vilbel), Deniz Martin (Frankfurt) und Alexander Wolf (Wiesbaden).

Vor den turnusgemäßen Wahlen trug Uwe Hartwig den Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr vor und Matthias Tiessen informierte über die Kassenangelegenheiten. Kassenprüferin Gisela Meutzner beantragte die Entlastung, die einstimmig erfolgte.

Wie Hartwig berichtete, finden die Studienfahrten noch immer starkes Interesse. Seit ihrer Gründung vor mehr als 30 Jahren hat die Lagergemeinschaft Auschwitz (LGA) Hunderte von Menschen aller Altersgruppen zu Erinnerungsorten des deutschen Völkermordes begleitet und Gespräche mit Überlebenden vermittelt. Dabei kommen der LGA die guten Kontakte zu den ehemaligen Lagerhäftlingen und Kameraden des Vereinsgründers Hermann Reineck (1919 – 1995) zugute. Das Gleiche gilt für die Mitarbeiter der Gedenkstätte Auschwitz und der Internationalen Begegnungsstätte, so dass beispielsweise Besuche im Archiv und der Kunstsammlung des Museums Auschwitz stattfinden können, die anderen Besuchsgruppen nicht ohne weiteres möglich sind.

Die Studiengruppen sind stets gemischt – von Studierenden über Berufstätige bis zu Renten- und Pensionsempfängern. Zudem sind oft fast bei jeder Studienfahrt Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum wiederholten Mal dabei. Wie Hartwig weiter erläuterte, macht die große Menge der Besucher in Auschwitz die Vorbereitung der Studienfahrten komplizierter. Man brauche lange Vorlaufzeiten, um sicherzustellen, dass man Unterkünfte und Termine für die Führungen in Übereinstimmung bringen kann.

Die Studienfahrten beinhalten geführte Rundgänge durch das Stammlager Auschwitz I und durch das Gelände des Vernichtungslagers Birkenau (Auschwitz II). Überlebende während der Studienfahrten zu treffen, wird immer schwieriger und wohl in Zukunft kaum noch möglich sein. Bei den Fahrten in 2017 war der 91-jährige Waclaw Dlugoborski zu Gast. Sein Vortrag und das Gespräch mit ihm waren wieder sehr beeindruckend und berührten die Zuhörer immer sehr. Sofern es seine Gesundheit zulässt, hat er auch für 2018 seine Beteiligung zugesagt.

Bei der Studienfahrt vom Frühjahr 2017 war in Krakau noch Emanuel Elbinger Gesprächspartner. Der polnische Jude, der den Holocaust in verschiedenen Verstecken überlebt hat, ist jedoch im Sommer verstorben. So konnte die Gruppe vom Herbst dieses Jahres nur noch sein Grab besuchen.

In Krakau werden die Gruppen der LGA seit Jahren von Teresa Ostrowska begleitet, die durch den jüdischen Stadtteil Kazimierz führt und auch zu historischen Orten der deutschen Besatzung wie das ehemalige Ghetto und bei Wunsch auch zu „Schindlers Fabrik“ und auf das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Plaszow.

Die Teilnahme an einer Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau kostet 750 Euro (Flug, Unterkunft, Mahlzeiten, Eintritte, Honorare), ermäßigt 350 Euro (Auszubildende, Schülerinnen, Schüler, Studierende, Menschen mit geringem Einkommen). Weitere Auskünfte und Anmeldung über die Internetadresse www.lagergemeinschaft-auschwitz.de oder direkt bei Uwe Hartwig, Telefon: 06002 - 938033, E-Mail: uwe.fv.hartwig@web.de.

„Ich denke gern an die Studienreise, die ich mit der LGA machen konnte. Das war für mich ein einschneidendes Erlebnis und ich bin froh, dass ich mich in Eurer Gruppe so wohl gefühlt habe. Allein hätte ich die vielen todtraurigen Informationen und Bilder nicht verkraften können.“ (Monika Schäfer-Mathews, Friedberg, hat im Oktober 2017 an der Studienfahrt teilgenommen)

Presseerklärung, 15.11.2017