#wirsindmehr Frankfurt: Buntes Bündnis – bunte Musik.

erstellt von Bündnis #wirsindmehr Frankfurt — zuletzt geändert: 2018-10-10T12:30:10+01:00
Das aus zwischenzeitlich vierzig Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften und Parteien bestehende Bündnis #wirsindmehr Frankfurt ruft für den 13. Oktober zu einer musikalischen Großdemonstration in der Mainmetropole auf. Es möchte damit ein deutliches Zeichen setzen und sich dem Rechtsruck in Deutschland und Europa entschlossen entgegenstellen.

Warum diese Demonstration
„Es ist Zeit für einen Aufschrei von uns allen, einen unüberhörbaren, lauten Aufschrei, der bis in den letzten Winkel unseres Landes und der ganzen Welt widerhallt. […] Der Satz ›Wehret den Anfängen‹, ist längst überholt! Wir sind mittendrin.“ Dies sagt Esther Bejarano, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Sie erlebte, wie der Nationalismus immer offensichtlicher wurde, die Judenfeindlichkeit zunahm, die NSDAP bei den Reichstagswahlen 1930 18,2 Prozent der Stimmen erhielt und damit die zweitstärkste Partei wurde. Und sie erlebte, wie die NSDAP nur drei Jahre später die Macht im Land übernahm.

„Die Parallelen zur heutigen politischen und gesellschaftlichen Situation sind frappierend“, so Andreas Bender, Vorstandsmitglied des Frankfurter Vereines Lautstark gegen Rechts Rhein-Main. „Im September erreichte die AfD in einer repräsentativen Umfrage des ARD Deutschlandtrend erstmals 18 Prozent2 der Wählerstimmen. Und in drei Jahren steht wieder eine Bundestagswahl an.“

Den Wandel in Gesellschaft und Politik erkenne man aber nicht nur an Prozentwerten, fügt Shenja Kerepesi hinzu. Sie ist Vorstandsmitglied des Vereines The Second Planet, der gemeinsam mit Lautstark gegen Rechts Rhein-Main zum Bündnis #wirsindmehr Frankfurt aufruft. „Millionen Menschen flüchten vor Krieg, Verfolgung, Gewalt, Folter und Hunger“, erklärt Kerepesi. „Doch im Mittelmeer entsteht ein Massengrab, weil Europa die Grenzen dicht macht und die Seenotrettung verbietet.“ Zudem würden Menschen immer öfter wegen ihres Aussehens, ihrer Religion oder ihrer Herkunft durch die Straßen gejagt. In Chemnitz sei ein jüdisches Restaurant vor den Augen der Polizei von Nazis angegriffen worden. Hitlergrüße und Holocaustleugnungen blieben viel zu häufig ohne Konsequenzen. „Die AfD marschiert gewaltbereit durch die Straßen und sät Hass und Hetze. Rassismus, Antifeminismus, Sexismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und LGBT*IQ-Diskriminierung breiten sich aus und Björn Höcke redet öffentlich in Rostock von »degenerierten Altgewerkschaften, verlotterten Amtskirchen und versifften Antifa«. Sind wir in 1930 angekommen?“, fragt Kerepesi.

Der neue Zielort: Roßmarkt
„Einfach war das nicht“, betont Andreas Bender von Lautstark gegen Rechts Rhein-Main, dem Verein, der gemeinsam mit The Second Planet das Bündnis initiierte. Die vom Bündnis geplante Demonstration mit Endveranstaltung auf dem Römerberg kollidierte mit dem zeitgleich stattfindenden Lesefest Open Books, zu dem von Mittwoch bis Samstag mehr als 16.000 Besucher erwartet werden. „Aber wir hatten ja alles - Bühne, Technik usw. – auf diesen Platz ausgerichtet.“
In einem freundlichen und konstruktiven Gespräch zwischen dem Bündnis, dem Kulturdezernat, dem Kulturamt und dem Ordnungsamt erklärte sich das Bündnis dazu bereit, den Zielort zu wechseln. Der Demonstrationszug wird somit nicht mehr auf dem Römerberg, sondern auf dem Roßmarkt enden und dort sein Programm auf einer festen Bühne fortsetzen.
Wir sind sehr dankbar, dass das Bündnis so verständnisvoll reagiert und trotz Mehraufwand den Platz gewechselt hat“, erklärt Jana Kremin, Pressesprecherin des Kulturdezernates. „Ein guter Kompromiss im Sinne der Sache: So kann sowohl das Kulturamt mit dem Lesefest Open Books, als auch die Demonstration auf dem Rossmarkt einen Beitrag für eine weltoffene und pluralistische Gesellschaft leisten.“

Ein breites Bündnis
„Bis heute haben sich vierzig Gruppen dem Bündnis angeschlossen“, freut sich Andreas Bender. „Darunter zum Beispiel Gewerkschaften, Parteien, Vereine und Initiativen.“ Und täglich kämen neue Organisationen hinzu, die sich der AfD und dem Rechtsruck insgesamt entgegenstellen wollen.
Mit Stand 09. Oktober 2018, 12 Uhr, sind folgende Gruppierungen Teil des Bündnises #WIRSINDMEHR Frankfurt:
· AKU Wiesbaden
· Antagon TheaterAKTion
· attac Deutschland
· Aufstehen gegen Rassismus RheinMain
· Autonomes Queerfeministisches Schwulenreferat GU
· Bündnis90 / Die Grünen Frankfurt
· DGB Jugend Frankfurt
· DKP Frankfurt
· DIE LINKE. Hessen
· DIE LINKE. Kreisverband Frankfurt am Main
· Freie ArbeiterInnen Union (FAU) Frankfurt
· Grüne Jugend Hessen
· Human Aid Collective
· ILoveU DJ Crew
· Islamische Informations- und Servicedienstleistungen e.V. (Frankfurter islam. Gemeinde)
· Jusos Frankfurt
· Keine AfD in den Landtag
· Lautstark gegen Rechts
· Linksjugend [‚solid] Hessen
· Mietentscheid Frankfurt
· Naturfreundejugend Frankfurt
· NoDiscrimination
· people4people e.V. Frankfurt
· Piratenpartei Frankfurt am Main
· Protagon
· Seebrücke Frankfurt
· SPD Frankfurt
· Stadtteilinitiative Koblenzer Straße
· TagTanzDemo Kollektiv
· Tanzhaus West
· The Second Planet e.V.
· Tonsymbolik
· Traumfänger Kombinat
· Vegane Aktion Offenbach
· Verband Binationaler Frankfurt
· voice-design | Werbung, Design & Druck
· VVN-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Frankfurt
· Wanderfrieden
· We‘ll Come United Frankfurt
· Wiesbadener Bündnis gegen Rechts

Die musikalische Demonstration
Geplant ist eine Demonstration quer durch Frankfurt am Main, begleitet von mehreren LKWs, die als mobile Bühnen dienen. Von diesen aus sollen aber nicht nur Redebeiträge gehalten werden. Während der Fahrt sollen dort auch DJs, Rapper und Bands auftreten. Am Zielort, dem Roßmarkt, wartet dann eine größere Bühne auf das Abendprogramm.
Neben bundesweit bekannten Acts wie Schmutzki bietet das Bündnis auch regionalen Bands wie Lady Moustache eine Bühne. Und musikalisch dürfte für jeden etwas dabei sein, denn die Künstler haben von Punk bis Singer/Songwriter und von Rap bis Techno alles dabei, was das Herz begehrt. „Ich denke, wir können es kurz zusammenfassen: buntes Bündnis – bunte Musik“, so Shenja Kerepesi von The Second Planet.
Am Zielort der Demonstration, dem Roßmarkt, wird eine Bühne aufgebaut, auf der ebenfalls Redebeiträge gehalten und bis in den späten Abend Musiker auftreten werden. Zudem ist geplant, dass Zeitzeugen des Naziregimes über die Parallelen zwischen den 1930er Jahren und dem Hier und Jetzt berichten.

Die Künstler
Fest zugesagt haben folgende Bands / Musiker:
· Schmutzki (Punkrock aus Stuttgart)
· Gastone (Ska-Pop-Rock aus Frankfurt)
· Lady Moustache (Rock aus Frankfurt)
· DeeOOh (Rap aus Hannover)
· Pestpocken (Punkrock aus Gießen)
· ILoveU DJ-Crew (Techhouse aus Frankfurt)
· Lava 303 (Groovy Psyrock & Progressive Trance aus Frankfurt)
· AnniMaliscH (Techno aus Frankfurt)
· Captain Capgras (Punkrock aus Darmstadt)
· Badekapp (Hessenrock aus Seligenstadt)
· B.* (Vinyl Tech/Mix aus Frankfurt)
· SAPHIRA (Rap aus Wiesbaden)
· Vanessa (Singer-Songwriter aus Frankfurt)
· Klein und glücklich (Liedermaching aus Frankfurt)
· SIKS - She‘s in Partys, ImJuni, KatzenJunge (Mixed Electro aus Frankfurt)

► Der Zeitplan
Der grobe Zeitplan sieht wie folgt aus:
13:30 Uhr: Treff auf dem Baseler Platz
14:00 Uhr: Auftaktkundgebung
14:30 Uhr: Demonstrationszug setzt sich in Bewegung
15:00 Uhr: Zwischenstopp auf dem Platz der Einheit (Messe)
16:30 Uhr: Zwischenstopp auf dem Willy-Brandt-Platz
18:10 Uhr: Ankunft auf dem Roßmarkt
22:00 Uhr: Ende der musikalischen Großdemonstration

Pressemitteilung vom 9.10.2018