“Afghanistan ist nicht sicher!”

erstellt von noborder Frankfurt — zuletzt geändert: 2018-01-18T12:09:56+02:00
Die Situation in Afghanistan und deutsche Sicherheitsbehauptungen. Ein Gespräch mit Waslat Hasrat-Nazimi, Ramin Mohabat und Emran Feroz.
  • Wann 25.01.2018 ab 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Landungsbrücken, Gutleutstr. 294
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Seit Dezember 2016 schiebt Deutschland Menschen per Sammelabschiebung nach Afghanistan ab. Afghanistan, das Land in dem Krieg herrscht, die Bundeswehr stationiert ist und immer wieder Anschläge stattfinden. Die Zahl der Inlands-Vertriebenen steigt. Viele Menschen verlassen das Land. Nur aus Syrien fliehen mehr Menschen als aus Afghanistan.

Die Bundesregierung begründet die Abschiebungen nach Afghanistan jedoch mit der angeblich sicheren Lage in Teilen Afghanistans. Der UNHCR dagegen spricht in seinem letzten Afghanistan-Report von einer Verschlechterung der Lage und lehnt diese Unterscheidung in „sichere“ und „unsichere“ Gebiete ab.

Seit dem Beginn der Abschiebungen kommt es zu einer Vielzahl an Protesten. Das Afghan Refugees Movement organisierte mehrere an Demonstrationen am Frankfurter Flughafen, der hessische Flüchtlingsrat appellierte an die Verantwortung der hessischen Grünen, welche als Teil der schwarz-grünen Landesregierung an den Abschiebungen beteiligt sind. Im Mai letzten Jahres forderten u.a. Amnesty International, Pro Asyl und die Diakonie einen generellen Abschiebestopp nach Afghanistan.

Nicht nur, dass die Abschiebungen direkt Menschenleben gefährden. Sie sorgen zudem für eine tiefgreifende Verunsicherung unter den Afghan*innen in Deutschland. Hinzu kommt die geringe Anerkennungsquote von Asylanträgen aus Afghanistan: Ein Großteil der Asylanträge wird mittlerweile abgelehnt. Auch hier lautet die Begründung, dass Afghanistan sicher sei.

Wir sprechen mit Waslat Hasrat-Nazimi, Emran Feroz und Ramin Mohabat über die Situation in Afghanistan, deutsche Sicherheitsbehauptungen und einen Abschiebestopp nach Afghanistan.

Waslat Hasrat-Nazimi ist deutsch-afghanische Journalistin und Moderatorin, die seit 2010 für die Deutsche Welle arbeitet. Als Kind flüchtete sie mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland, wo sie aufgewachsen ist. Heute nennt sie beide Länder ihre Heimat. Sie erhielt 2015 als erste afghanische Journalistin den „Rumi Appreciation Award“ für ihre Berichterstattung über die afghanischen Präsidentschaftswahlen. In Kooperation mit WDRforyou moderiert sie zudem eine Talkshow für afghanische Geflüchtete.

Emran Feroz ist Journalist und Autor, u.a. tätig für taz, Deutschlandfunk, New York Times, etc. Sein jüngstes Buch „Tod per Knopfdruck” erschien im Herbst 2017 im Westend Verlag. Feroz hat afghanische Wurzeln, wuchs in Österreich auf und lebt gegenwärtig in Deutschland. Er berichtet regelmäßig über und aus Afghanistan und fokussiert sich u.a. auf den Krieg gegen den Terror und den Drohnen-Krieg der USA.

Ramin Mohabat ist Journalist aus Afghanistan. Seit zwei Jahren lebt er in Deutschland. Nach der Ablehnung seines Asylantrags gelang es ihm mit einer öffentlichen Kampagne die Anerkennung seines Asylgesuchs zu erstreiten. Er arbeitet zur Lage in Afghanistan und zur Situation von afghanischen Geflüchteten in Deutschland und ist u.a. beim Afghan Refugees Movement aktiv.