Antiziganismus – die Medienberichterstattung über ‘Roma’

erstellt von Förderverein Roma e. V. — zuletzt geändert: 2017-03-07T18:36:15+01:00
Vortrag und Gespräch. Referent: Markus End. In Frankfurt am Main fanden im letzten Halbjahr zwei Brandanschläge auf Roma statt: Im Dezember wurde die Schlafstätte obdachloser rumänischer Roma unter eine Brücke angezündet, im Sommer gab es einen Brandanschlag auf ein von Roma aus Rumänien bewohntes Haus in Frankfurt/Fechenheim.
  • Antiziganismus – die Medienberichterstattung über ‘Roma’
  • 2017-03-23T18:30:00+01:00
  • 2017-03-23T23:59:59+01:00
  • Vortrag und Gespräch. Referent: Markus End. In Frankfurt am Main fanden im letzten Halbjahr zwei Brandanschläge auf Roma statt: Im Dezember wurde die Schlafstätte obdachloser rumänischer Roma unter eine Brücke angezündet, im Sommer gab es einen Brandanschlag auf ein von Roma aus Rumänien bewohntes Haus in Frankfurt/Fechenheim.
  • Wann 23.03.2017 ab 18:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Haus am Dom, Domplatz 3
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Glücklicherweise gab es bei diesen Mordversuchen keine Toten, allerdings einen Verletzten. Vor wenigen Wochen wurden im Bahnhofsviertel übernachtende Frauen von der Stadtverwaltung geräumt, eine menschenwürdige Unterkunft ist nicht angeboten worden. Jüngst ließen dann Ordnungs- und Sozialdezernat eine Brache an der Gutleutstraße mit etwa 40 Personen ebenfalls räumen, ohne dass danach adäquater Wohnraum oder Versorgung gesichert waren. In Ginsheim-Gustavsburg sind Reisende aus Irland vor laufender Kamera widerspruchslos als Heuschrecken bezeichnet worden.

Diese Ereignisse sind angesichts eines grassierenden Antiziganismus zu betrachten. Hierbei spielt insbesondere die hetzerische Kampagne gegen die sogenannte ‘Armutszuwanderung’ eine zentrale Rolle. Medien, Politik und Öffentlichkeit bedienten durchweg antiziganistische Stereotype und legitimierten damit ordnungs- und sicherheitspolitische Maßnahmen. Auch Angriffe und Brandanschläge, in Frankfurt wie in anderen Städten, müssen vor dem Hintergrund verstanden werden. Ein Kontext hinsichtlich der Verfolgung und Vernichtung der europäischen Roma und Sinti im Nationalsozialismus wird dabei ignoriert und ausgeblendet.

Die Veranstaltung thematisiert die antiziganistische Debatte zum Thema ‘Armutszuwanderung’ in der deutschen Öffentlichkeit und die Praktiken, die sich etablieren.

Markus End ist Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover und Doktorand an der Universität Bielefeld, seit 2016 ist er Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung.

2014 erschien seine Studie zu Antiziganismus in den Medien. Im Bereich „Bilderpolitik“ des RomArchive beschäftigt er sich gegenwärtig mit Fragen von Blickregimes, photographischen Traditionslinien und der Materialität antiziganistischer Bilder. In verschiedenen Projekten arbeitet er darüberhinaus zu Fragen antiziganismuskritischer Bildungsarbeit.

Eine Veranstaltung im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus.