Barbara Zoeke: Die Stunde der Spezialisten

erstellt von Zentralbibliothek — zuletzt geändert: 2018-03-07T12:28:04+02:00
Barbara Zoeke schildert das NS-„Euthanasie“-Programm aus unterschiedlichen Perspektiven empathisch und erschütternd klar. Es gelingt ihr, dieses Verbrechen der Nationalsozialisten zu vergegenwärtigen und den Opfern, Angehörigen und Tätern eine literarische Stimme zu geben.
  • Barbara Zoeke: Die Stunde der Spezialisten
  • 2018-03-21T19:30:00+01:00
  • 2018-03-21T23:59:59+01:00
  • Barbara Zoeke schildert das NS-„Euthanasie“-Programm aus unterschiedlichen Perspektiven empathisch und erschütternd klar. Es gelingt ihr, dieses Verbrechen der Nationalsozialisten zu vergegenwärtigen und den Opfern, Angehörigen und Tätern eine literarische Stimme zu geben.
  • Wann 21.03.2018 ab 19:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4
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Deutschland 1940: Max Koenig ist Professor für Altertumsforschung. Ein vererbtes Nervenleiden reißt ihn aus seinem beruflichen Leben und fort von seiner Familie. Er kommt in die Wittenauer Heilstätten und trifft dort auf Schwester Rosemarie, die versucht zu helfen, wo sie kann. Trotz seiner Hinfälligkeit wird Koenig zum Mittelpunkt einer kleinen Gruppe: dem Studienrat Dr. Carl Hohein, der eine Litanei auf die Farbe „Schwarz“ komponiert, der jungen Pianistin Elfie, deren Hände zittern und die „Traumdeutsch“ spricht, und schließlich Oscar, einem Jungen mit Trisomie 21.

Der Alltag auf der Station, die mangelhaften Essensrationen und die rassenhygienischen Kommentare der medizinischen „Spezialisten“ werden nur durch die gegenseitige Unterstützung erträglich. Sie hoffen darauf, sich nach dem Krieg im Traumland Italien wiederzufinden. Doch Max Koenig und Oscar werden verlegt und ihren Angehörigen entzogen.

Töten wird sie Dr. Friedel Lerbe, ein Arzt, SS-Mann und fanatischer Verfechter der Rassenhygiene. Als Leiter einer Tötungsanstalt führt er das NS-„Euthanasie“-Programm mit bürokratischer Präzision aus – jedes Detail des Ablaufs wird von ihm kontrolliert. Ein ganzer Stab von „Pflegern“, Sekretärinnen, Technikern und Leichenbrennern steht diesem „Spezialisten“ bei seinem Handwerk zur Seite.

Barbara Zoeke erhält für „Die Stunde der Spezialisten“ den Brüder-Grimm-Preis 2017 der Stadt Hanau. Die Preisverleihung findet am 17. November 2017 in der Hanauer Stadtbibliothek/Kulturforum Hanau statt. Die Laudatio wird Andreas Platthaus halten.

Barbara Zoeke verbrachte ihre Kindheit im thüringischen Vogtland und studierte in Köln und Münster. Sie ist habilitierte Psychologin, forschte in den USA und war über mehrere Jahre im Vorstand der „International Society of Comparative Psychology“. Sie lehrte und forschte an den Universitäten von Münster, Frankfurt, Würzburg und München. Neben wissenschaftlichen Arbeiten zur Wahrnehmung und zum Gedächtnis veröffentlicht sie erzählende Prosa, Lyrik und Sachbuchtexte. Barbara Zoeke lebt seit 2008 in Berlin.

Moderation: Andreas Platthaus (FAZ)

In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main