Dokumentarische Stadtwanderung zu Sinti und Roma

erstellt von Roter Stern Frankfurt e.V. — zuletzt geändert: 2018-12-08T12:41:21+01:00
Von Berkersheim aus werden wir zu den ehemaligen Standorten der drei sogenannten „Zigeunerlager“ wandern, die die Stadt Frankfurt zwischen 1929 und 1945 betrieb.
  • Wann 16.12.2018 von 11:00 bis 16:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo S-Bahnstation Berkersheim
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Kurz vor Weihnachten soll es wieder einmal die Möglichkeit geben, sich einem weniger bekannten Aspekt Frankfurter Stadtgeschichte zwischen 1929 und 1945 anzunähern – ihrer Vorgeschichte, ihrer Folgen und ihrer Rolle in der nationalsozialistischen Vernichtungskampagne gegen Sinti und Roma.

Über die Felder erreichen wir die erste Station unserer Tour, das ehemalige Lager Friedberger Landstraße, das 1929 an der Stadtgrenze Frankfurts errichtet wurde, um „Zigeuner und nach Zigeunerart umherziehende Personen“ aus dem Stadtgebiet fernzuhalten. Dieses Lager war zentrales Instrument der antiziganistischen Politik der Stadt Frankfurt während der Weimarer Republik und in den Anfangsjahren nationalsozialistischer Herrschaft.

Dem Grüngürtel folgend werden wir uns als Zweites zum Standort des dritten und letzten Lagers in der Kruppstraße begeben. Dieses Lager bestand von 1942 bis zur Befreiung Frankfurts
durch die Westalliierten. Von hieraus ging 1943 der größte Transport von Sinti und Roma aus Hessen ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Die dritte und letzte Etappe erwartet uns im Industriegebiet an der Hanauer Landstraße. Das Lager Dieselstraße 40, das erste im NS eingerichtete Lager, diente wie das spätere Lager in der Kruppstraße als Internierungslager. Sinti und Roma aus dem gesamten hessischen Gebiet wurden hierher deportiert, um in Frankfurter Betrieben Zwangsarbeit zu leisten, „Wissenschaftler_innen“ der „Rassenbiologischen Forschungsstelle“ als Anschauungsobjekte zu dienen oder ihre Deportation nach Auschwitz oder andere Vernichtungs- und Arbeitslager zu erwarten.

An jedem der drei Standorte werden wir eine ca. 20- bis 30-minütige Pause machen, in der kurz die Geschichte der Lager erläutert wird und in Kontext mit antiziganistischer Praxis der Weimarer Republik, des NS-Staats und der (frühen) BRD gesetzt wird.

Treffpunkt ist an der S-Bahnstation Berkersheim. Von hier aus geht es ca. 10 km durch Felder, Grüngürtel und schließlich Industriegebiete im Norden und Osten Frankfurts. Endpunkt ist an der Hanauer Landstraße, Straßenbahnhaltestelle Dieselstraße.

Bitte denkt an warme Kleidung, feste Schuhe und genügend heißen Tee.