Mietentwicklung Frankfurt und unser Widerstand

erstellt von Kritik&Praxis - radikale Linke Frankfurt — zuletzt geändert: 2018-10-04T15:32:18+01:00
Der Verein Mieter helfen Mietern (mhm) Frankfurt ist wohnungspolitisch u.a. im Bündnis #Mietenwahnsinn-Hessen aktiv. Im Vortrag gibt es einen Überblick über die skandalösen Mietentwicklungen der letzten Jahre in Frankfurt, die auf eine völlig verfehlte Wohnungspolitik zurückgehen.
  • Mietentwicklung Frankfurt und unser Widerstand
  • 2018-10-17T19:00:00+02:00
  • 2018-10-17T23:59:59+02:00
  • Der Verein Mieter helfen Mietern (mhm) Frankfurt ist wohnungspolitisch u.a. im Bündnis #Mietenwahnsinn-Hessen aktiv. Im Vortrag gibt es einen Überblick über die skandalösen Mietentwicklungen der letzten Jahre in Frankfurt, die auf eine völlig verfehlte Wohnungspolitik zurückgehen.
  • Wann 17.10.2018 ab 19:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Centro, Alt-Rödelheim 6
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

Mhm schlagen dabei die Brücke von ihren Erfahrungen aus ihrer konkreten Unterstützungsarbeit von Mieter*innen zu der Frage, wie man gegen die bestehenden Missstände gemeinsam ankämpfen kann. Dazu wird es Raum geben, über die eigenen Mieterfahrungen ins Gespräch zu kommen.

Viel zu lange wurde die Versorgung mit Wohnraum fast allein dem Markt überlassen. Dieser Markt hat uns unwirtliche und überteuerte Wohngegenden, wie das Europaviertel oder den Westhafen beschert. Gerechtfertigt wurden diese Viertel mit sogenannten „Sickerungseffekten“ Mieter günstiger Wohnungen zögen in einen komfortabler ausgestatteten Neubau und machten so Platz für neue Mieter. Das Gegenteil war der Fall. Das ans Europaviertel angrenzende Gallus wurde durch die teure Nachbarschaft bald für institutionelle Investoren attraktiv. Das größte deutsche Wohnungsunternehmen VONOVIA begann seine dort gelegenen Bestände zu „modernisieren“ „nachzuverdichten“ und aufzustocken.

Die so genannte Modernisierungsumlage ist ein Geschenk an die Immobilienwirtschaft. Vermieter*innen können 11% der „Modernisierungskosten“ auf die Mieter*innen umlegen – und das nicht etwa, bis die Modernisierung abgegolten ist, sondern bis in alle Ewigkeit.
In der Praxis bedeutet das: Wer sich die höhere Miete nicht leisten kann, der fliegt. Im angespannten Frankfurter Wohnungsmarkt findet sich fast immer ein*e neue Mieter*in; um Wohnungsangebote konkurrieren teils um die 1.000 Interessent*innen.

Der Markt wird noch zusätzlich durch Erwartungen an den anstehenden Brexit aufgeheizt. Ob sich diese Erwartungen erfüllen bleibt dahingestellt – Das ist das Wesen der Spekulation. Leidtragende sind zuerst die ressourcenschwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Politik und Medienöffentlichkeit werden leider meist erst aufmerksam, wenn es mit der Middleclass für die eigene Peer-Group ans Eingemachte geht.

Als Mieterverein sind wir zunächst beratend für unsere Mitglieder tätig. Außerdem bieten wir eine Rechtsschutzversicherung an. Wenn wir erfahren, dass von einem Problem noch weitere Leute betroffen sind, versuchen wir zu helfen, die Hausgemeinschaft zu organisieren. Generell ist man in einer gut organisierten Hausgemeinschaft immer besser aufgehoben, als wenn man sich allein mit Problemen herumschlagen muss.
Eine Prozesskostenversicherung ist übrigens nicht nur individuell, sondern auch politisch keine schlechte Idee. Schon häufig konnten Rechtsanpassungen zu Gunsten der Mieter*innen durch Höchstrichterliche Entscheidungen erkämpft werden. Hierbei stehen engagierte Mietervereine Ihren Mitgliedern zur Seite.

Neben der Arbeit mit unseren individuellen Mitgliedern ist es wichtig, nie den Blick für das Ganze zu verlieren. Wir verstehen uns als Interessenvertretung aller Mieter*innen und Mieter und sehen uns darin durch unsere Mitglieder, die einen Schnitt durch die gesamte Gesellschaft ergeben mandatiert.

Mieter helfen Mietern Frankfurt ist ein wohnungspolitisch sehr aktiver Mieterverein. Deshalb beteiligen wir uns auch am Bündnis #Mietenwahnsinn-Hessen, das für den 20. Oktober zu einer landesweiten Demonstration in Frankfurt aufruft.