Mit Karacho in die Steilkurve

erstellt von Sportkreis Frankfurt am Main e.V. — zuletzt geändert: 2018-06-08T08:50:00+01:00
Vorträge von Thomas Bauer (Institut für Stadtgeschichte), der das 6-Tage-Rennen in der Festhalle wieder aufleben lässt, und Matthias Thoma (Eintracht Frankfurt Museum), der das Knattern der Steherrennen und die legendären Rennen auf der Radrennbahn zurückholt. Im Anschluss an die Vorträge gibt es eine Führung zum Gelände der Radrennbahn.
  • Mit Karacho in die Steilkurve
  • 2018-06-13T18:30:00+02:00
  • 2018-06-13T23:59:59+02:00
  • Vorträge von Thomas Bauer (Institut für Stadtgeschichte), der das 6-Tage-Rennen in der Festhalle wieder aufleben lässt, und Matthias Thoma (Eintracht Frankfurt Museum), der das Knattern der Steherrennen und die legendären Rennen auf der Radrennbahn zurückholt. Im Anschluss an die Vorträge gibt es eine Führung zum Gelände der Radrennbahn.
  • Wann 13.06.2018 ab 18:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Eintracht Frankfurt Museum, Mörfelder Landstraße 362
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Der Frankfurter Radsport feierte in den 1950er und 60er Jahren Triumphe auf der Bahn. So leitete die Messegesellschaft im Oktober 1951 mit dem Start zum achten Frankfurter 6-Tage-Rennen die Hochzeit der „Six days“ ein. In der mehrfach ausverkauften Arena belegte Publikumsliebling Theo Intra mit seinem Schweitzer Partner Jean Roth nach einem großartigen Finale am Abend des 2. November 1951 den zweiten Platz. „Die Halle“, so der Radsportjournalist Erich Wick, „erbebte in den letzten Minuten.“

Das 6-Tage-Rennen blieb bis Ende der 60er Jahre ein gesellschaftliches Ereignis: Während im Innenraum des Fichtenholz-Ovals das Orchester Benno Schilling und Billy Mo den „Sportpalastwalzer“ anstimmten, fighteten die Fahrer auf der Bahn um Prämien, Punkte und Rundengewinne. Rudi Altig triumphierte 1964, 1965 und 1968 mit seinen Partnern Junkermann, Kemper und Sercu. Wenn „Rudinational“ im Durcheinander einer Jagd aus dem Feld herausstob, stand die Festhalle Kopf. Um 1970 verlor das 6-Tage-Spektakel seinen Reiz. Die Besucher blieben aus.

Beim 29. Frankfurter 6-Tage-Rennen ließen 1975 rund 55.000 Zuschauer wieder die Kassen der Messe- und Ausstellungs-GmbH klingeln. Der Grund: Lokalmatador Dietrich Thurau. Das wieder entflammte Zuschauerinteresse erwies sich jedoch als Strohfeuer. Zwar konnte, Didi Thurau/ Albert Fritz 1983 die 36. Auflage der Radsportshow gewinnen, doch die geringe Resonanz von nur noch 13.000 Zuschauern bedeutete für das Frankfurter 6-Tage-Rennen das endgültige Aus.

Während der Vortrag des Festhallen-Historikers und Mitarbeiters des Instituts für Stadtgeschichte, Dr. Thomas Bauer, die 6-Tage-Atmosphäre wiederaufleben lässt, sorgt Matthias Thoma vom Eintracht Frankfurt Museum dafür, dass auch die Erinnerung an die Frankfurter Radrennbahnen nicht verblasst.

Thoma berichtet über erste Rennbahnen in Frankfurt und über den Bau der Radrennbahn im Stadion, die im September 1925 eingeweiht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Frankfurter Bahnradsport seine größte Zeit. Das Dröhnen der schweren Schrittmachermaschinen und die spannenden Wettkämpfe der Steher, die im Windschatten der Motorräder Geschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern erreichten, faszinierten das Publikum.

Ende der 1950er Jahre erlahmte das Interesse am Bahnradsport. Von den im Sommer 1966 im Frankfurter Radstadion ausgetragenen Bahn-Radweltmeisterschaften erhofften sich die Veranstalter eine Wiederbelebung der Sportart, doch die Zuschauerzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Nach dem 4. Lauf des Deutschland-Cups der Steher schloss die Radrennbahn im Waldstadion am 20. Juni 1993 für immer ihre Pforten, mittlerweile ist das Gebäude abgerissen.

An dem Ort, an dem einst große Rennen stattfanden, parken heute die auswärtigen Fußballfans – und im September wird hier ein Oktoberfest gefeiert.

Eine Veranstaltung der Reihe "Spuren des Sports in Frankfurt" des Sportkreis Frankfurt am Main e.V.