Radrennen im Palmengarten und in der „Arena“ – Erste Bahnen, erste Rennen, erste Rekorde

erstellt von Sportkreis Frankfurt am Main e.V. — zuletzt geändert: 2018-04-12T16:23:46+01:00
Mit der Veranstaltung geht die Reihe „Spuren des Sports in Frankfurt“ 2018 an einen vielfach unbekannten Ort der Anfänge des Radrennsports: In den Palmengarten! Vortrag von Peter Schermer mit historischen Aufnahmen.
  • Wann 18.04.2018 von 19:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Siesmayersaal des Palmengartens, Siesmayerstraße 61
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Als Vorgeschmack auf einen spannenden, um historische Aufnahmen ergänzten, Vortrag von Peter Schermer, Leiter des Arbeitskreises „Sport und Geschichte“ im Landessportbund Hessen, einige Daten:

Der 24.8.1881 gilt als Beginn des Frankfurter Radrennsports: In den Geschäftsräumen von Heinrich Kleyer wird der Frankfurter Bycicle-Club (F.B.-C.) mit dem Ziel gegründet, die Austragung von Radrennen zu fördern. Zwei Jahre später folgte die Gründung des Velociped-Clubs Frankfurt, der gute Beziehungen zum F.B.-C. pflegte.

Nachdem Verhandlungen mit dem Rheinischen Rennverein über eine Nutzung des Innenraums der Pferderennbahn scheitern, konzentriert sich der Vorstand des F.B.-C. auf den Bau einer Rennbahn am Oberforsthaus; schon 1884 werden dort die ersten Rad-Rennen ausgetragen. Jedoch ist der Palengarten zentraler, und so verlagert sich das Rad-Rennen nach der Erweiterung des Palmengartens ab 1887 auf die Radrennbahn im „Neugarten“.

Die Palmengarten ist ab jetzt Der Magnet; es ist auch die Zeit von August Lehr, erfolgreich auf Hochrad und „Sicherheits-Nieder-Rad“, Frankfurter Weltmeister 1894 auf dem Nieder-Rad.

Nach dem Auslaufen des Vertrags zwischen der Palmengartengesellschaft und dem F.B.-C. 1895 verlagern sich die Rad-Rennen auf die – allerdings unzulängliche - Radrennbahn auf dem Sportplatz an der Mainzer Landstraße. So ist es ein großer Fortschritt, als 1910 auf dem Festhallengelände im Rahmen der „Internationalen Ausstellung für Sport und Spiel (ISA)“ eine „Arena“ mit einer modernen Radrennbahn gebaut wird.

Experten bezeichnen diese Bahn sogar als damals „schönste und schnellste der Welt“. Es überrascht deshalb nicht, daß die ISA mit Radrennen eröffnet und beendet wurde. Schon am zweiten Renntag wird der Weltrekord über 50 Kilometer unterboten.

Nach dem Ende der Ausstellung werden in unregelmäßigen Abständen immer wieder Renntage auf der Bahn veranstaltet. U.a. aufgrund von Protesten der benachbarten Anwohner gegen die Motorengeräusche der inzwischen beliebten „Steher-Rennen“ wird die Rennbahn 1914 in den Ostpark bzw. an den Riederwald verlegt. Eine nach dem Krieg 1914-1918 erbaute neue Bahn auf dem Festhallengelände kann wohl nur als Provisorium bezeichnet werden.

Referent der Veranstaltung: Peter Schermer beschäftigt sich als „Stadt(teil)historiker insbesondere sehr intensiv mit der frühen Frankfurter Sportgeschichte, um an diese spannende Epoche zu erinnern.  Er profitiert dabei von den umfangreichen Beständen des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte sowie von der Kooperation mit Museen, Vereinen und Fachverbänden. Dazu kommen noch die Kontakte aus der zeitweiligen Mitarbeit als Stadtlaborant im Rahmen des Historischen Museums Frankfurt.

Da Eintracht Frankfurt am 18.4. ab 20.45 Uhr im DFB-Halbfinale um den Einzug ins Finale kämpft, beginnt der Vortrag von Peter Schermer pünktlich um 19 Uhr  und wird pünktlich um 20 Uhr beendet sein!

Eintritt frei. Einlass 18.30 Uhr

Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist die Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine und dem Landessportbund Hessen angeschlossen. Er vertritt die Interessen der rund 420 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 210.000 Sportlerinnen und Sportlern nach innen und außen. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten.

Die Reihe „Spuren des Sports in Frankfurt“ organisiert der Sportkreis Frankfurt e.V. seit 2013 in Kooperation mit dem Eintracht Frankfurt Museum, dem Arbeitskreis Sport und Geschichte im Landessportbund Hessen und Frankfurter Turn- und Sportvereinen. Unterstützt wird sie u.a. durch das Institut für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt und Sporthistorische Seminare am Sportinstitut der Goethe-Universität.