»Trotz alledem« - Zum 100. Geburtstag von Ernesto Kroch

erstellt von Deutsche Nationalbibliothek — zuletzt geändert: 2017-01-12T16:20:50+01:00
Ein Abend zum 100. Geburtstag von Ernesto Kroch mit einem Vortrag von Wolfgang Benz und einem Gespräch mit Eva Weil-Kroch. Das Leben von Ernst Kroch, der sich seit seinem Exil in Uruguay Ernesto nannte, ist auch die Geschichte eines zweifachen Exils.
  • »Trotz alledem« - Zum 100. Geburtstag von Ernesto Kroch
  • 2017-02-10T19:00:00+01:00
  • 2017-02-10T23:59:59+01:00
  • Ein Abend zum 100. Geburtstag von Ernesto Kroch mit einem Vortrag von Wolfgang Benz und einem Gespräch mit Eva Weil-Kroch. Das Leben von Ernst Kroch, der sich seit seinem Exil in Uruguay Ernesto nannte, ist auch die Geschichte eines zweifachen Exils.
  • Wann 10.02.2017 ab 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1
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Am 11. Februar 1917 wurde er als Kind jüdischer Eltern in Breslau geboren. Bereits in seiner frühen Jugend war er in der kommunistischen und antifaschistischen Bewegung aktiv – 1934 wurde er von der Gestapo verhaftet, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und später im KZ Lichtenburg inhaftiert. Unter der Bedingung, Deutschland innerhalb von zehn Tagen zu verlassen, wurde Ernst Kroch 1937 aus dem KZ entlassen. Er ging zunächst nach Jugoslawien, floh aber 1938 über Italien und Frankreich weiter nach Uruguay, weil er mit einem Krieg rechnete.

Auch im Exil war er weiterhin politisch aktiv, engagierte sich unter anderem in der Metallarbeitergewerkschaft – auch nach dem Militärputsch 1973. Die Militärdiktatur zwang ihn jedoch erneut zur Flucht ins Exil: er kehrte 1982 nach Deutschland zurück, ging aber nach dem Ende der Militärdiktatur wieder nach Uruguay.

Bis zu seinem Tod am 11. März 2012 setzte sich Ernesto Kroch aktiv für eine demokratische Gesellschaftsordnung ein. Sein Nachlass befindet sich seit 2016 im Deutschen Exilarchiv 1933–1945.

Begrüßung:
Dr. Sylvia Asmus, Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek.

Gäste:
Wolfgang Benz ist emeritierter Professor für Geschichte an der Technischen Universität Berlin und war bis März 2011 Leiter des dortigen Zentrums für Antisemitismusforschung. Er ist unter anderem Herausgeber des achtbändigen »Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart«.

Eva Weil-Kroch ging im Alter von 9 Jahren mit ihrer Familie ins Exil nach Uruguay. Dort lernte sie über die Arbeit im Deutschen Antifaschistischen Komitee Ernesto Kroch kennen. 1982 flohen sie gemeinsam nach Deutschland, um der politischen Verfolgung durch das uruguayische Militär zu entkommen. Seit dem Ende der Militärdiktatur lebt sie in Uruguay und in Deutschland.

Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.
Deutsche Nationalbibliothek, Telefon 069 1525-1905, E-Mail ausstellungen-frankfurt@dnb.de