"Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt in die Waldschmidtstraße"

erstellt von Initiative 9. November e.V. — zuletzt geändert: 2017-10-09T13:45:58+01:00
Ausstellung über ehemalige Displaced Persons, die in 30 Familien in der Waldschmidtstraße im Frankfurter Ostend untergebracht waren. Zur Eröffnung am 5.11. um 16 Uhr mit Zeitzeugengespräch: Esther Alexander-Ihme, Schymon Ajnwojner, Boris und Ida Gerczikow, Sabine Segoviano, Majer Szanckower, Regina O., Anton Jakob und Sami Weinberger. Thema: Integration (Schule und Freizeit, deutsche Sprache, Religion, Zusammenleben).
  • "Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt in die Waldschmidtstraße"
  • 2017-11-19T11:00:00+01:00
  • 2017-11-19T14:00:00+01:00
  • Ausstellung über ehemalige Displaced Persons, die in 30 Familien in der Waldschmidtstraße im Frankfurter Ostend untergebracht waren. Zur Eröffnung am 5.11. um 16 Uhr mit Zeitzeugengespräch: Esther Alexander-Ihme, Schymon Ajnwojner, Boris und Ida Gerczikow, Sabine Segoviano, Majer Szanckower, Regina O., Anton Jakob und Sami Weinberger. Thema: Integration (Schule und Freizeit, deutsche Sprache, Religion, Zusammenleben).

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 5. November 2017 um 16 Uhr eröffnet und ist bis 26. November jeweils sonntags von 11-14 Uhr im Hochbunker, dem Ort der ehemaligen, 1938 zerstörten, Synagoge an der Friedberger Anlage 5-6 im Ostend zu sehen.

Führungen finden sonntags um 12.30 Uhr oder nach Vereinbarung (initiative-9-november@gmx.de) statt.

Nach Kriegsende 1945 bestimmte die amerikanische Armee das frühere NS-Zwangsarbeiterlager Föhrenwald (bei München) für die Unterbringung von heimatlos gewordenen Menschen (Displaced Persons) aus ganz Europa. Föhrenwald war das größte und am längsten bestehende Lager für Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen. Nach Übernahme der Häuser durch das katholische Siedlungswerk (1956) wurden die jüdischen Familien insgesamt sieben Städten der jungen Bundesrepublik zugeteilt.

In Frankfurt boten die beiden von der Nassauischen Heimstätte neu errichteten Häuser
Waldschmidtstraße 129 und 131 dreißig Familien eine bescheidene Unterkunft. So entstand im Frankfurter Ostend wieder eine osteuropäische Gemeinschaft, ein Shtetl, in dem Jiddisch
gesprochen wurde.

Die Kinder kamen über die Schule, die Spielplätze, vor allen Dingen über den Sport in Kontakt mit den deutschen Gleichaltrigen und bekamen über Bildung, Beruf, Kultur und Sport die Möglichkeit des individuellen Aufstiegs.

Die Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse der „Föhrenwald-Kinder“, später „Waldschmidtstraßenkinder“ sind von höchster Bedeutung für unser Geschichtsverständnis und aktuellste Fragestellungen bezüglich sozialem Miteinander und Integration.

Die Ausstellung wurde von den Initiativemitgliedern Iris Bergmiller-Fellmeth, Elisabeth Leuschner-Gafga und den Zeitzeugen Esther Alexander-Ihme und Anton Jakob Weinberger sowie Peter Loewy (Grafik) konzipiert und erstellt.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Citoyen Stiftung.