8. Mai 1945: Befreiung! Was sonst? | 8. Mai 2021: Frankfurt wird ein Blumenmeer

erstellt von VVN-BdA Kreis Frankfurt — zuletzt geändert: 2021-05-07T21:46:14+02:00
Bündnis lädt zum Befreiungsfest ein und fordert, der 8. Mai muss Feiertag werden

Auch in diesem Jahr kann der Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg nur „mit angezogener Handbremse“ begangen werden, mit Abstand und Masken.

Ein breites Bündnis ruft die Frankfurter Bevölkerung auf, „Frankfurt in ein Blumenmeer zu verwandeln“, wie es im Aufruf heißt. Menschen werden ermuntert, Blumen an Gedenkstätten- und platten sowie an Stolpersteinen in ihrem Stadtteil niederzulegen, um so der Opfer und der Verfolgung durch das Naziregime zu gedenken und den Widerstand gegen den Faschismus zu würdigen. Sie werden gebeten, Fotos zu machen und diese ins Netz zu stellen.

Das Bündnis lädt ein zu einer Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus an der Paulskirche, am Samstag, 8. Mai, um 15.00 Uhr. Eingeladen sind die konsularischen Vertretungen der USA, Russlands, Frankreichs und Großbritanniens. Der Doyen der Hessischen Konsularischen Vertretungen, Generalkonsul Dr. Urs Hammer, wünscht „allen Beteiligten eine würdige Zeremonie und einen hoffnungsfrohen Gedenktag“. Er nennt die Kranzniederlegung einen „ehrenvollen Akt“.
Die Zeremonie eröffnet Alexander Wagner (DGB Rhein-Main). Mit kurzen Beiträgen beteiligen sich: Oberbürgermeister Peter Feldmann, Lothar Reininger (Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim - LAAG), Stephan Wirtz (Förderverein Roma). Schülerinnen und Schüler werden den Aufruf zum 8. Mai vortragen.

Anschließend, ab 16.00 Uhr, startet das Befreiungsfest auf dem Römerberg. Für diese Veranstaltung hat der Frankfurter Oberbürgermeister die Schirmherrschaft übernommen. Peter Feldmann wird das Programm eröffnen. Durch das Programm führt die Schauspielerin und Regisseurin Barbara Englert.
Schülerinnen und Schüler werden ihr Projekt „Spurensuche“ vorstellen und ein Gespräch mit Emil Mangelsdorff führen, der als Jugendlicher von den Nazis verfolgt wurde, weil er leidenschaftlicher Anhänger der Swing-Musik war. Die deutschen Faschisten schmähten diese Musik als „entartet“. Sie verfolgten und ermordeten Musiker dieses Genres oder trieben sie ins Exil.
Emil Mangelsdorff wird das Fest musikalisch mit seinem Saxophon eröffnen. Philipp Strüber beteiligt sich musikalisch am Marimbafon. Musikalisch abgeschlossen wird die Veranstaltung von Luna de Paita, die eine Fusion von jamaikanischen Reggae und lateinamerikanischen Rhythmen präsentieren werden.
Esther Bajarano, die 96jährige Auschwitzüberlebende und Ehrenvorsitzende der VVN-BdA wird über Video ein Grußwort an die Veranstaltung richten.
Über Asyl und Rassismus sprechen Carmen Colinas (Verband binationaler Familien und Partnerschaften) mit Günter Burkhardt (Pro Asyl) und Saba-Nur Cheema (BS AF).
Horst Schmitthenner wird mit Miriam Heydorn und Thomas Altmeyer über die Rolle des deutschen Widerstands an der Befreiung vom NS-Regime sprechen (alle drei sind Vorstandsmitglied bzw. Wissenschaftler des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945, der seinen Sitz in Frankfurt hat).

Die Veranstaltung wird Norbert Birkwald (VVN-BdA) gegen 19.00 Uhr beenden. Er wird die Forderung bekräftigen, der 8. Mai möge Feiertag werden. Dieser Forderung haben sich zwischenzeitlich über 125.000 Menschen in einer Petition angeschlossen, die Esther Bejarano initiiert hat und der Frankfurter Oberbürgermeister unterstützt.
Zur Petition: https://change.org/p/8-mai-zum-feiertag-machen-was-75-jahre-nach-befreiung-vom-faschismus-getan-werden-muss-tagderbefreiung-bkagvat-bundesrat

Die Frankfurter Vereinigung der Antifaschistinnen und Antifaschisten wird am Vormittag des 8. Mai, eine Gedenkfeier an der Gedenkstätte für die von den Nazis Ermordeten im Zuchthaus Preungesheim durchführen. Diese Gedenkfeier findet an der Gedenkplatte vor der JVA Preungesheim, Homburger Landstraße / Auf der Platte, um 11.00 Uhr statt. Stellvertretend für die Ermordeten werden die Porträts von Albrecht Ege (SPD) und Anneliese Hövel (KPD) in Erinnerung gerufen.

Die Omas gegen Rechts laden unter dem Motto „…und ewig weht der kalte Wind“ um 12.30 Uhr, an dem Mahnmal zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus auf dem Frankfurter Hauptfriedhof ein. Das feierliche Rahmenprogramm wird musikalisch mit Sinti-Musikbeiträgen (Geige und Gitarre) begleitet. Außerdem wird Ricardo-Lenzi Laubinger mit seiner Geige das Stück „Einsam unterm Sternenzelt“, von dem jüdischen Komponisten Georges Boulanger, vortragen, welches dieser zum Gedenken an seine von den Nazis ermordeten Familie verfasste. Die Veranstalterinnen erklären: „Schwerpunktmäßig gedenken wir in diesem Jahr den 500.000 ermordeten Sinti und Roma und den 300.000 Euthanasie Opfer des Naziregimes.“