Brandanschlag auch gegen das ExZess

erstellt von ExZess — zuletzt geändert: 2018-12-10T22:36:10+00:00
Am Sonntagabend, dem 9. Dezember 2018, wurde um 21.30 Uhr ein Brandanschlag gegen das Café ExZess gestartet, der von uns frühzeitig gelöscht werden konnte.
Wir sehen diesen Anschlag in der Reihe mit den
Brandanschlägen der letzten Wochen gegen Häuser des
Mietshäusersyndikats und gegen linke politische Projekte. Wir schließen
uns der Einschätzung in der Pressemitteilung des Mietshäusersyndikates
(https://www.syndikat.org/wp-content/uploads/2018/12/Mietsha%CC%88user-Syndikat-Rhein-Main-PM-20181210-Brandstiftungen-bei-Wohnprojekten.pdf)
an, dass diese Anschläge gefördert oder sogar bedingt sind durch eine
gesellschaftspolitische Stimmung und einen öffentlichen Diskurs, in dem
linke Projekte und alternative Wohnformen stigmatisiert und
kriminalisiert werden und damit Lebensentwürfe von Menschen bedroht
werden, die solidarische Alternativen zur gesellschaftlichen
Entfremdung gemeinsam aushandeln und umsetzen. Diese Entwicklungen sind
nicht unbekannt, sondern erinnern zum Beispiel an den aufkommenden
Faschismus seit den 1920ern und die rassistischen Brandanschläge in den
1990ern. Die Hemmschwelle, dem bestehenden Hass einmal mehr Taten folgen
zu lassen, wird dabei unter Inkaufnahme der Gefährdung von Menschenleben
heruntergesetzt. Nicht nur unsere Leben, sondern auch die aller
Menschen, die mit uns in solidarischer Nachbar*innenschaft wohnen.

Wir bedanken uns für die Solidarität, die uns bisher aus allen
Richtungen entgegengebracht wurde. Wir sind solidarisch mit allen
anderen betroffenen Projekten. Während diese Zeilen geschrieben wurden,
gab es im laufenden Betrieb des Montagscafés einen weiteren Brandanschlag
auf das ExZess. Wir beenden daher diese Pressemitteilung und tragen
unseren Protest nun auf die Straße.

ExZess, 10.12.2018