Die Behandlung krebskranker Kinder darf nicht vom Profit abhängen

erstellt von Dr. Achim Kessler — zuletzt geändert: 2019-12-17T12:16:00+02:00
Kinderkrebsklinik an der Frankfurt Uniklinik teilweise durch Spenden von Eltern finanziert

„Dass der Betrieb der Kinderkrebsklinik am Frankfurter Uniklinikum nur durch die Spenden engagierter Eltern aufrechterhalten werden kann, ist der gesundheitspolitische Offenbarungseid der Bundesregierung. In Frankfurt werden sechs von 20 Arztstellen der Kinderkrebsklinik vom Elternverein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt finanziert. Die Behandlung krebskranker Kinder aber muss der Profitlogik entrissen werden“, erklärt Achim Kessler, hessischer Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE. und Obmann im Ausschuss für Gesundheit.

Achim Kessler weiter: „Die Unterversorgung von Kindern und Schließungen von Kinderkliniken haben vor allem eine Ursache: Solange die Krankenhäuser gewinnorientiert nach Fallpauschalen abrechnen, wird weiterhin dort an Personal oder Sachmitteln gekürzt, wo eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung am bittersten nötig wäre. Je länger die Liegedauer der behandelten Kinder, umso höher der Kostendruck und umso weniger rentiert sich der Betrieb für die Krankenhäuser in der bestehenden Profitlogik. Ich habe bereits Anfang des Jahres eine Kleine Anfrage zum ‚Notstand in Kinderkliniken‘ (BT-Drucksache 19/7270) an die Bundesregierung gestellt, die diese Versorgungsengpässe bestätigt.

DIE LINKE fordert ein radikales Umdenken in der Gesundheitsversorgung, sodass die Finanzierung unserer Krankenhäuser und damit die bedarfsgerechte medizinische Versorgung kranker Kinder und Jugendlicher gesichert und nicht auf dem Rücken von Eltern, Angehörigen oder Ehrenamtlichen ausgebadet wird.“

Dr. Achim Kessler, Mitglied des Deutschen Bundestages
Obmann im Ausschuss für Gesundheit
Sprecher für Gesundheitsökonomie
der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag