Die Europäische Schule gehört nicht auf den Festplatz am Ratsweg

erstellt von Die Linke. im Römer — zuletzt geändert 2022-07-08T09:06:19+02:00
Die Koalition hat sich nach jahrelanger Suche darauf verständigt, den Neubau der Europäischen Schule (ESF) auf dem Festplatz am Ratsweg in Bornheim anzusiedeln. Die auf dem Platz ansässige Dippemess soll deshalb auf den Messeparkplatz am Rebstock umziehen. Ein finaler Beschluss für den Standort steht noch aus.

Dazu Eyup Yilmaz, planungs- und wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Der Festplatz am Ratsweg eignet sich nicht für den Bau der Europäischen Schule. Er ist mit 3,8 Hektar viel zu klein, zumal die Schule einen Flächenbedarf von mindestens 5 Hektar aufweist. Um diesen zu decken, müssten angrenzende Kleingärten zerstört werden. Das ist sozial-ökologisch und klimatisch nicht vertretbar. Die Freizeitgärten müssen bleiben.“

Besonders der Umzug der Dippemess in den Rebstock sei problematisch. Yilmaz weiter: „Messe und Dippemess in solch unmittelbarer Nähe bringt eine massive Konkurrenzsituation hervor. Das gibt die Infrastruktur in Bezug auf Verkehr und ÖPNV einfach nicht her. Die Folge wären die Überlastung des öffentlichen Nahverkehrs und enorme Einschränkungen im Logistikbetrieb für Auf- und Abbau. Außerdem würde die Messe Frankfurt durch den Umzug wichtige Parkflächen verlieren. Auch vom Klima her muss gedacht werden: Der Rebstock als Landschaftsschutz- und Kaltluftentstehungsgebiet muss unter besonderen Schutz gestellt werden. Er muss auch künftig der Naherholung dienen und nicht noch zusätzlichen Belastungen durch Großveranstaltungen ausgesetzt werden!“ 

Anwohner*innen litten seit Jahrzehnten bereits wegen der Messe unter Verkehrsaufkommen, Lärm und Luftverschmutzung. Yilmaz kritisiert: „Die Geduldsspanne ist bereits jetzt ausgereizt. Der Umzug der Dippemess inklusive zahlreicher Zirkusse und Volksfeste würde zu einem beträchtlichen Besucher*innenanstieg und zu mehr Lärmbelästigung führen. Das ist schlichtweg eine Zumutung für die Menschen, die dort leben.“

DIE LINKE. lehne einen Neubau der ESF auf dem Festplatz am Ratsweg entschieden ab: „Platzgründe, der Schutz von Grünflächen, insbesondere der Rebstock als Naherholungsgebiet, die Bedarfe der Messe Frankfurt und die Lebensqualität der Anwohner*innen sind zentrale Argumente, die gegen diesen Standort sprechen. Es ist zudem ein Skandal, dass Stadtverordnete, Ortsbeiräte und die Öffentlichkeit die Pläne aus der Zeitung erfahren müssen. Ein solch großes Bauvorhaben darf nicht ohne breite Bürger*innenbeteiligung umgesetzt werden. Die Koalition muss dringend zurückrudern und Abstand vom Festplatz am Ratsweg als Standort nehmen,“ so Yilmaz abschließend.

Pressemitteilung 7.7.2022