Drastische Mieterhöhungen durch den Frankfurter Mietspiegel

by Die Linke. im Römer veröffentlicht 28.05.2024

Der neue Frankfurter Mietspiegel für 2024 wurde beschlossen. Die durchschnittliche Mietspiegel-Miete steigt von 10,29 auf 11,50 Euro pro Quadratmeter und gilt ab dem 1. Juni.

Dazu erklärt Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer:

„Die Mietspiegel-Miete ist um satte 11,8 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass Vermieter*innen bald wieder die Miete orientierend am Mietspiegel kräftig erhöhen können und das auf völlig legale Weise. Die Entwicklung der Mieten in Frankfurt kennt nur eine Richtung: Steil nach oben. Zum Vergleich: Die Mietspiegel-Miete lag 2014 noch bei 8,66 Euro pro Quadratmeter.  Das ist eine Steigerung von fast 33 Prozent innerhalb von zehn Jahren! Steigende Mieten sind in Zeiten explodierender Lebenserhaltungskosten fatal und bringen viele Menschen in finanzielle Notlagen.“

Die Methode zur Ermittlung des Mietspiegels sei mehr als mangelhaft. Yilmaz kritisiert: „Das Mietspiegelverfahren ist intransparent und Lagezuschläge überhöht. Er berücksichtigt außerdem nur Neuvermietungen und Mietpreisveränderungen. Bestandswohnungen und geförderte Wohnungen, die oftmals bezahlbar sind, werden überhaupt nicht berücksichtigt. Kein Wunder, dass der Mietspiegel immer weiter steigt und damit einen signifikanten Einfluss auf die Mietpreisentwicklung in Frankfurt hat. Der Mietspiegel ist verzerrt und dient damit vor allen einer Gruppe: Den Hauseigentümer*innen, die ihre Gewinne auf Kosten der Mieter*innen maximieren wollen.“

Yilmaz abschließend: „Durch den Mietspiegel werden Mieterhöhungen festgeschrieben. Der Mietspiegel ist eine schleichende Mieterhöhung per Gesetz. Er muss grundlegend reformiert werden, um künftig Mietsenkungen zu ermöglichen. Wir brauchen einen bundesweiten Mietendeckel und eine Offensive im sozialen Wohnungsbau, angefangen bei den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ABG Holding und Nassauische Heimstätte. Nur das hilft effektiv gegen Wohnungsnot und Armut.“

Pressemitteilung 27.5.2024