Palästina Israel - Für eine gewaltfreie Lösung des Konflikts

erstellt von KOPI — zuletzt geändert: 2017-03-24T18:25:29+01:00
Frankfurter Bürgermeister will Konferenz "50 Jahre israelische Besatzung" verhindern, weil sie gegen Israel gerichtet sei. Stellungnahme der Veranstalter.

Pressemitteilung des Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel – für ein Ende der Besatzung und für einen gerechten Frieden (KoPI)

Der Deutsche Koordinationskreis Palästina Israel – für ein Ende der Besatzung und für einen gerechten Frieden (KoPI) weist die Kritik von Bürgermeister Uwe Becker an der in Frankfurt vom 9.-10. Juni geplanten Konferenz zu 50 Jahre israelische Besatzung als unzutreffend zurück. KoPI kritisiert die Jahrzehnte anhaltende israelische Besetzung der palästinensischen Gebiete. "Unsere Orientierungslinie zur Bewertung des Konflikts ist das Völkerrecht. Völkerrecht wird vielfach verletzt: in der seit 1967 andauernden Besetzung Ostjerusalems, der Westbank, des Gazastreifens und des Golans, durch den Bau der „Trennungsmauer“, die israelische Siedlungs- und Enteignungspolitik, durch die vollständige Abriegelung des Gaza-Streifens, durch die Kontrollpunkte innerhalb der besetzten Gebiete und durch Kollektivstrafen wie Hauszerstörungen und gezielte Tötungen. Die Folgen der Besatzung sind u.a. Bildungsnotstand, Gesundheitsnotstand, Arbeitslosigkeit, steigende Armut und Abhängigkeit von Entwicklungshilfe.“ (aus dem KoPI-Grundsatzdokument)

Von einer offenen internationalen Stadt wie Frankfurt erwarten wir, dass sich ihre Amtsinhaber den Werten von Völkerrecht und Menschenrechten verpflichtet sehen und sich deshalb neben ihrem Einsatz für Israel auch für die Rechte der Palästinenserinnen und Palästinenser aussprechen. Eine Verhinderung wichtiger politischer Debatten passt nicht zum liberalen Geist Frankfurts. 

KoPI versteht sich als Netzwerk für Informations-, Bildungs- und Kampagnenarbeit zum Nahostkonflikt. Im Koordinationskreis sind über 28 bundesweit und regional arbeitende Friedens-, Menschenrechts- und Solidaritätsgruppen vernetzt, darunter die Palästinensische Gemeinde Deutschland und die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden. Zentrales Anliegen des Bündnisses ist es, in der deutschen Öffentlichkeit und gegenüber den Verantwortlichen in Regierung und Parlamenten auf die Notwendigkeit einer anderen Nahost-Politik der Bundesregierung hinzuweisen und darauf zu drängen, dass der Selbstbestimmung und der Sicherheit der palästinensischen Bevölkerung endlich die gleiche Dringlichkeit zuerkannt werden, wie den Menschen in Israel. Krieg und Unterdrückung in der Region und ihrer Unterstützung insbesondere durch USA und EU entgegenzutreten, Völkerrecht und Menschenrecht auf beiden Seiten energisch einzufordern, ist der Konsens aller an diesem Bündnis beteiligten Gruppen und Organisationen.

KoPI unterstützt gewaltfreie Initiativen in Palästina und Israel, die für ein gleichberechtigtes, friedliches Zusammenleben beider Völker eintreten und kämpfen, wie z.B. die Palästinensische Graswurzelkampagne gegen die Apartheidmauer oder das Israelische Komitee gegen Hauszerstörung. Für diese Ziele haben sich im bundesweiten Koordinationskreis Organisationen, Verbände, Vereine und Gruppen vereinigt.

Wir laden Bürgermeister Uwe Becker und alle interessierten Frankfurter Bürger herzlich ein, an unseren Diskussionen um gewaltlose Lösungen des Nahostkonflikts am 9. und 10.Juni teilzunehmen.

Für den Sprecherkreis

Matthias Jochheim, Frankfurt (www.kopi-online.de)

Konferenz, 09.-10.06.2017, Frankfurt:
50 Jahre israelische Besatzung

50 Jahre israelische Besatzung – Unsere Verantwortung für eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts

Freitag, 09.06.2017, 19-21 Uhr
Samstag, 10.06.2017, 10-19 Uhr
Ökohaus „Ka eins“, Kasseler Str. 1a, Frankfurt/Main

Moshe Zuckermann (Historiker, Universität Tel Aviv)
George Rashmawi (Palästinensiche Gemeinde Deutschland)
Majida Al Massri (ehem. Ministerin PA, Nablus)
Prof. Norman Paech (Völkerrechtler, Hamburg)
Iris Hefets (Psychoanalytikerin, Vorsitzende Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden, Berlin)
Jamal Juma’a (Soziologe, Sprecher Stop the Wall, Ramallah)
Prof. Ilan Pappe (Historiker, Universität Exeter)

Veranstalter: Deutscher Koordinationskreis Palästina Israel (KoPI)

 

Der Betreiber des Ökohauses "Ka eins" ist inzwischen von der Vermietung zurückgetreten - wegen zahlreicher Drohungen und Hassmails (wie die FR berichtet). KOPI will  Schritte zur Sicherung ihres Rechts aus dem Mietvertrag mit dem Ökohaus zu ergreifen.

(red. Frankfurter Info)