Polizeiliche Repression gegen Teilnehmer an der Demonstration auf der Zeil

erstellt von Fridays for Future Frankfurt — zuletzt geändert: 2019-12-02T16:23:59+00:00
Er wurde von der Polizei festgehalten, befragt, fotografiert und psychisch terrorisiert.

Am vergangenen Freitag, den 29.11.2019, gab es einen Vorfall der polizeilichen Repression gegen einen jugendlichen Aktionsteilnehmer. Diese Person wurde von der Polizei festgehalten, befragt, fotografiert und psychisch terrorisiert.
Am vergangenen Freitag blockierte Fridays for Future Frankfurt symbolisch die Zeil, um auf die teilweise menschenrechtswidrigen Produktionsverhältnisse und ökologischen Folgen des Massenkonsums aufmerksam zu machen. Nach unserer Aktion wurde ein Teilnehmer, der hier Felix genannt wird, durch 4 Polizist*innen im Polizeigriff ca. 10 Meter vor der U-Bahn Station Konstablerwache in eine Seitenstraße geführt und von 3 Zivilpolizist*innen und etwa 15 Uniformierten befragt. Ihm wird Verletzung des Rechts am eigenen Bild, Vermummung auf einer Versammlung, Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.
Felix wurde mehrfach fotografiert und aufgefordert, sich dafür zu vermummen. Desweiteren wurde sein Schal konfisziert. Felix wurde aufgefordert, sein Handy und den PIN-Code herauszugeben. Nachdem er dieser Aufforderung nachgekommen ist, wurde die komplette Galerie gesichtet und alle Fotos und Videos des Tag wurden gelöscht.
Die Polizei sagte, Felix sei nun „im polizeilichen System als gewaltbereiter Linksextremist (erfasst).“ Ihm wurde angedroht, die Nacht auf dem Polizeirevier zu verbringen, sollte er nicht alle Fragen beantworten, die sich zum Teil auf sein Privatleben und seine Familie bezogen.
Ein Polizist sagte weiterhin, dass es „nicht sonderlich schlau (ist), Videos zu machen gegen die Polizei, weil sie ihn in Zukunft dann nicht mehr schützen wird.“ Felix wurde weiterhin angedroht, sollte er nochmal auf eine Fridays for Future-Demo gehen, die die Polizei als „linksextremistische Demo“ bezeichnete, würde er sofort aufs Revier gebracht werden. Der Polizist sagte weiterhin, dass sie „heute nochmal nett waren, aber das nicht immer so ist.“ Daraufhin wurde der Rucksack von Felix komplett ausgeräumt und alle Flyer und Aufkleber, die er während der Demo erhalten hatte, beschlagnahmt. Auf die Frage, warum sie dies taten, antwortete die Polizei, dass mit jenem Material weitere Straftaten verübt werden könnten.
Fridays for Future Frankfurt solidarisiert sich mit dem Opfer und verurteilt das Vorgehen gegen einen jugendlichen Teilnehmer der Aktion von der Polizei Frankfurt.
Fridays for Future Frankfurt, Pressemitteilung, 2.12.2019