Der 68er Frankfurt-Roman "Sexy Zeiten - 1968 etc."

erstellt von Club Voltaire — zuletzt geändert: 2018-10-18T09:55:03+00:00
Lesung mit dem Autor Jürgen Bodelle. Was war das für eine Zeit, damals, in den 1960er Jahren, als alles noch unter einem grauen Schleier lag? Uns Jungen gingen die alten Autoritäten gewaltig auf den Sack. Lehrer zogen uns noch an Haaren und Ohren. Die Eltern sprachen nicht über Sex.
  • Der 68er Frankfurt-Roman "Sexy Zeiten - 1968 etc."
  • 2018-11-01T19:00:00+01:00
  • 2018-11-01T23:59:59+01:00
  • Lesung mit dem Autor Jürgen Bodelle. Was war das für eine Zeit, damals, in den 1960er Jahren, als alles noch unter einem grauen Schleier lag? Uns Jungen gingen die alten Autoritäten gewaltig auf den Sack. Lehrer zogen uns noch an Haaren und Ohren. Die Eltern sprachen nicht über Sex.
  • Wann 01.11.2018 ab 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5
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Die Zeitungen berichteten von Bombenteppichen über Vietnam im Namen der Demokratie. Wir hatten das Gefühl, von allen belogen zu werden. Eine heuchlerische, verkorkste Gesellschaft. Eine lieblose, prüde Gesellschaft. Die Alten waren zu feige gewesen, sich gegen Hitler zu wehren. Jetzt schoben sie alles auf ihn: Er – er allein! – hatte den Krieg gemacht. Er allein hatte die Juden vergast. Und so weiter. Welche eine Lügenflut! Wollten uns unsere Alten verarschen?

Wir besuchten unsere eigenen Polit-Clubs und prägten unsere eigene Jugendkultur wie im Club Voltaire. Wir machten eigene Musik und hatten unsere eigenen Frankfurter Musikevents. Wir diskutierten und liebten und träumten und gaben eigene Zeitungen heraus.

Für uns wurde der Aufbruch eine Frage des inneren Überlebens. Wir wurden rebellisch und hofften auf die Befreiung durch die „sexuelle Revolution". Wer liebte, konnte nicht Krieg spielen – dachten wir. Und so hieß unser Motto „Make Love – Not War!" Und wir übertrieben maßlos: Wer zwei Mal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment. Wir wurden spielerisch politisch: Amis raus aus USA, Winnetou ist wieder da! Bier und Hanf gehör'n zum Kampf! Und wir wurden antiautoritär, protestierten gegen die Leistungs- und Konsumgesellschaft und wurden unausstehlich: Für die Abschaffung des Alltags! Gemeinsam sind wir unausstehlich! Im Bett zart – gegen Bullen hart!

Unsere Hoffnung hielt uns aufrecht. Sich anpassen und beugen war nicht unsere Sache. Unsere Visionen erreichten Blüten. Unsere Illusionen kämpften mit der Realität. Wir hofften und bangten. Und dann kam Willi Brandt und wollte mehr Demokratie wagen. Und dann kam Karin und wollte mehr Liebe wagen. Es waren sexy Zeiten.

»Sexy Zeiten - 1968 etc.« Roman über eine bewegte Zeit, 416 Seiten, Zweite Auflage, 11,90 €, ISBN 978-3-9817877-1-9

Eintritt frei