Film: Murer – Anatomie eines Prozesses

erstellt von Pupille Kino — zuletzt geändert: 2019-05-11T19:42:46+00:00
von Christian Frosch (AT/LX 2018, 137 Min., dt./jiddisch/hebr.m.dt.U). 1963 wird der „Schlächter von Vilnius“ angeklagt. Doch trotz erdrückender Beweise wird Franz Murer freigesprochen.
  • Wann 27.05.2019 ab 20:15 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Pupille Kino, Campus Bockenheim, Mertonstr. 26
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Nicht der feine Anzug soll es sein, sondern der abgetragene Janker. Er soll den Geschworenen den Eindruck vermitteln, dass Franz Murer ein einfacher Großbauer ist, verbunden mit dem eigenen Land. Doch angeklagt ist er wegen zahlreicher Kriegsverbrechen.

Was folgt, ist einer der bisher größten Justizskandale in der Geschichte Österreichs. Denn der von 1941 bis 1943 im Ghetto von Vilnius für »jüdische Angelegenheiten« zuständige Murer gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die Shoa. Nach dem Krieg lebt er lange Zeit unbehelligt, erst 1963 wird ihm der Prozess gemacht. Doch trotz erdrückender Beweislast wird Murer unter dem Beifall der Bevölkerung freigesprochen.

Die filmische Rekonstruktion des Prozesses gegen den »Schlächter von Vilnius« legt nun die kollektive Erzählung eines Landes offen, das seine eigene Geschichte ohne Rücksicht auf die Opfer umzuschreiben sucht.

Vorfilm: Portrait Jonas Mekas