Stummfilm: Statschka – Streik

erstellt von Filmforum Höchst — zuletzt geändert: 2019-05-01T10:29:13+00:00
Sergei Eisensteins erster Kinofilm spielt im Jahr 1912 in Russland.
  • Wann 04.05.2019 ab 18:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Str. 46a
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Er zeigt den Arbeitskampf in einer großen Fabrik während der Zarenherrschaft. Die Demütigungen der Arbeiter durch geringe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen entladen sich in einem erbitterten Streik. Die Arbeiter haben keine Gewerkschaft, aber sie sind organisiert und verfügen über eine Druckmaschine. Ihr Streik wird mit allen Mitteln bekämpft: durch Spitzel, Provokateure und am Ende durch Soldaten.

Schon in diesem Film (gedreht ein Jahr vor dem berühmten PANZERKREUZER POTEMKIN) erscheinen alle Stilelemente, die Eisenstein zu einem epochalen Filmemacher werden ließen. So etwa die "Montage der Attraktionen", die den Zuschauer durch schockartige Montage politisch agitieren soll. Unvermittelt werden Szenen gegeneinandergesetzt, die nicht im direkten Zusammenhang stehen, einander aber erhellen. So wird z.B. in die Szene der Erschießung von Arbeitern durch zaristische Soldaten die Schlachtung von Rindern im Schlachthaus hineingeschnitten. Aber auch die Dynamik der Bilder und die dramatischen Kameraperspektiven machen STREIK zu einem der atemberaubendsten Stummfilme und u.a. für den britischen Regisseur Peter Greenaway zu einem der besten Filme überhaupt.

Eisensteins experimentelles Filmemachen verzichtet auf Stars, Helden und einen dramaturgischen Handlungsbogen. Stattdessen sind wir mit der für den Regisseur typischen Intensität konfrontiert, die vor allem über den Schnitt und die extremen Kamerapositionen erreicht werden.