Führung durch die Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle

erstellt von Jüdisches Museum Frankfurt — zuletzt geändert: 2020-06-13T19:05:11+01:00
Erinnerung an die Massendeportationen aus Frankfurt

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und NSDAP-Gauleitung nutzten das Gebäude und seine Funktionalität ab 1941 für Massendeportationen von Juden. Die Wahl war auf diesen Ort gefallen, da er innenstadtnah und verkehrstechnisch günstig zwischen Hafenbahn und Ostbahnhof lag. Deshalb mietete die Gestapo den östlichen Kellerbereich als Sammelplatz zur Durchführung der Deportationen. Der Keller bot Schutz vor neugierigen Blicken auf das Verbrechen und notdürftig Platz für Hunderte Menschen. Frauen, Männer und Kinder wurden durch das eingesetzte Personal gedemütigt, körperlich misshandelt.

Letzter Habseligkeiten beraubt zwang man sie schließlich an das Gleisfeld vor der Halle. Dort standen die Züge der Deutschen Reichsbahn für die Transporte in die Ghettos und Konzentrationslager bereit. Direkt nebenan ging der tägliche Marktbetrieb weiter. Dabei blieben die grausamen Vorgänge den dort Beschäftigten nicht verborgen.

Bei der Großmarkthalle waren nicht nur Gestapo-Beamte und Parteifunktionäre im Einsatz. Auch „normale“ Polizisten, Finanz- und Eisenbahnbeamte sowie die Mitarbeiter verschiedener städtischer Ämter wirkten an den Deportationen mit.

Ein Teil der Erinnerungsstätte befindet sich auf dem Areal der heutigen Europäischen Zentralbank (EZB) und kann nur im Rahmen von Führungen besucht werden. Er umfasst auch den Keller, der als Sammelplatz für die Deportationen diente.

Rundgänge finden derzeit ausschließlich auf dem Außengelände der Erinnerungsstätte statt. Die EZB hat bis auf weiteres alle nicht zwingend notwendigen Besuche auf ihrem Gelände wegen der aktuellen COVID-19-Lage eingestellt. Somit ist die Besichtigung des Kellers, der als Sammelplatz für die Deportationen diente, aktuell nicht möglich. Die wesentlichen Teile der Erinnerungsstätte (Rampe, Stellwerk, Gleise, in den Boden eingelassene Zitate) sind jedoch weiterhin zugänglich.

Wegen der aktuell notwendigen Maßnahmen bezüglich der Corona-Pandemie bitten wir darum, eine Maske zu tragen und uns bei der Anmeldung die Namen, Adresse und Telefonummer aller angemeldeten Personen zu nennen: erinnerungsstaette.jmf@stadt-frankfurt.de

Bitte beachten Sie, dass jede teilnehmende Person einen gültigen Reisepass oder Personalausweis (im Original, nicht in beglaubigter Kopie) beim Einlass in der EZB vorzeigen muss. Andernfalls ist kein Einlass möglich! Beachten Sie außerdem, dass kein größeres Gepäck mit ins Gelände genommen werden darf. Handtaschen und kleine Rucksäcke sind erlaubt.