Gegen Gleichgültigkeit und Rechtsruck. Solidarische Praxen im Mittelmeer

erstellt von Goethe Uni, Asta, Pro Asyl — zuletzt geändert: 2019-11-08T10:43:27+00:00
Diskussion mit Britta Rabe (Watch the Med - Alarmphone) und Karl Kopp (Pro Asyl).
  • Wann 19.11.2019 ab 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Campus Westend, Festsaal des Casinos, , R 823
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Seit 2015 sind 15.311 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das zentrale Mittelmeer ist zum gefährlichsten Seeweg für Flüchtlinge geworden. „Watch the Med – Alarmphone“ betreibt seit 5 Jahren rund um die Uhr eine Hotline für Menschen, die im Mittelmeer in Seenot geraten. 2.800 Boote haben die Notrufnummer kontaktiert und Unterstützung erhalten.

Britta Rabe ist seit der Gründung Mitglied des Netzwerks, das sich mittlerweile von Europa bis nach Nordafrika erstreckt. Sie wird die Entstehungsgeschichte und die Arbeit des Netzwerks vorstellen.

Karl Kopp, Leiter der Europaabteilung von PRO ASYL, wird auf Menschenrechtsverletzungen an den Grenzen Europas eingehen, sowie Strategien der EU zur Auslagerung ihrer Grenzen vorstellen, wie sie derzeit beispielhaft an der menschenverachtenden Kooperation mit libyschen Milizen oder am EU-Türkei-Deal zu beobachten sind.

Veranstalter: Pro Asyl, ASTA Uni Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt

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Spendenaufruf zu 5 Jahren Alarm Phone:

„Diejenigen, die mit jeder Schicht einen Stein aus einer Mauer entfernen und ihn zu einer Brücke hinzufügen…“ Mit diesem schlichten und doch so starken Satz endet die Collage einer Selbstbeschreibung in der Broschüre zum 5-jährigen Bestehen des WatchTheMed Alarm Phones (siehe alarmphone.org). Aktuell melden sich fast jede Nacht Boote aus der Ägäis bei der Hotline und besonders herausfordernd verlaufen die Notrufe aus dem zentralen Mittelmeer. Wenn zivile Rettungsschiffe in der Todeszone vor der Küste Libyens unterwegs sind und das Alarm Phone die Positionen von Booten an die Leitstellen in Rom oder Malta weitergibt, dann beginnt jeweils ein dramatischer Wettlauf. Denn die EU-Behörden tun alles, damit die Boote noch in letzter Minute von der sogenannten libyschen Küstenwache abgefangen werden. Wenn die libyschen Milizen – wie zuletzt am 26. Oktober 2019 beim Einsatz von Alan Kurdi erneut geschehen - zu spät kommen, dann versuchen sie, den Ablauf der Rettung zu stören oder gar mit Androhung von Waffengewalt zu verhindern. Eine Woche zuvor, am 18. Oktober, gelang es dem Alarm Phone, eine besonders krasse EU-libysche Push-Back Kollaboration zu dokumentieren. Das betroffene Boot mit 50 Menschen war bereits aus eigener Kraft in die maltesische Such- und Rettungszone gelangt. Dennoch wiesen die Behörden in Valetta ein Schiff aus Libyen an, die Menschen aufzugreifen und in die Hölle der Folterlager zurückschaffen zu lassen - ein frontaler Bruch aller Flüchtlings- und Menschenrechte.

Spenden erbeten an:

Forschungsgesellschaft Flucht & Migration, Sparkasse der Stadt Berlin IBAN: DE68 10050000 0610024264
BIC: BELADEBEXXX
Stichwort Alarm Phone