Hülya-Tag 2019 - Frankfurt gegen Rassismus

erstellt von Türkisches Volkshaus — zuletzt geändert: 2019-05-01T17:20:55+00:00
Gedenken am 24. Mai 2019 zum 26. Jahrestag des Brandanschlags auf die Familie Genç in Solingen
  • Wann 24.05.2019 ab 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Hülya-Platz in Frankfurt-Bockenheim, Friesengasse
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Am 29. Mai 1993 wurde die aus der Türkeistammende Familie Genç in Solingen Opfer eines Brandanschlags, verübt von vier deutschen Neonazis. Zwei junge Frauen und drei Mädchen, darunter die neun-jährige Hülya, starben, vierzehn weitere Familienmitglieder erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der Solinger Anschlag war 1993 der Höhepunkt der fremdenfeindlichen und rassistischen Anschläge auf Migrantinnen und Migranten in Deutschland.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unsere Gesellschaft an ausländerfeindliche Gewalt gewöhnt. Rassistisch, antiislamisch und antisemitisch motivierte Gewalt gegen Andersaussehende, Andersglaubende, Anderslebende, Andersdenkende, gegen Migrantinnen und Geflüchtete bleibt ein deutschlandweites Problem.

Das Erstarken der rechtspopulistischen Partei AFD, die Diskriminierung von Minderheiten in einem zuvor nicht vorstellbarem Umfang nimmt zu. Die AFD schürt Ängste vor „Überfremdung“ und „dem Islam“ in der Bevölkerung, um nationalistische und völkische Ideologie salonfähig zu machen. Für die Migrantenorganisationen in Frankfurt, aber auch in anderen Städten und Gemeinden, bedeutet die AfD nichts Gutes. Die AfD benutzt nationalistische und völkische Ideologie, um soziale Unzufriedenheit rassistisch aufzuladen. Die grauenvollen Morde des National-sozialistischen Untergrundes (NSU), die sieben Jahre lang unter den Augen deutscher Sicherheitsbehörden begangen wurden, sind trotz vieler Untersuchungsausschüsse und eines jahrelangen Prozesses bis heute nicht aufgeklärt.

Von 1990 bis zum 1. März 2018 zählt die Amadeu Antonio Stiftung 193 Todesopfer rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland. Das Grundrecht auf Asyl wurde inzwischen noch weiter eingeschränkt. Die Achse unserer Republik hat sich verschoben. Protest und Widerstand gegen Rassismus wie z.B. in Chemnitz und in anderen Orten gibt es schon länger.

Die weltoffene Stadt Frankfurt, Heimat von Menschen aus mehr als 180 Nationen, ist seit Jahren ein Zentrum dieses Widerstandes. Ein Zeichen gesetzt hat auch der Stadtteil Bockenheim - schon 1998, als er mit dem Hülya-Platz zum ersten Mal einen öffentlichen Ort einem Opfer rechtsextremer Gewalt gewidmet hat.

Wir wünschen uns, dass das Zusammenleben aller FrankfurterInnen aus den verschiedensten Kulturen und Religionszugehörigkeiten sich weiter friedlich und solidarisch gestaltet. Wir wünschen uns, dass Frankfurt eine weltoffene und tolerante Satdt bleibt. Hier gibt es keinen Platz für rechtsextreme, radikale Parolen und neonazistische Aktivitäten! - Das Gedenken an die Familie Genç und an alle Opfer rassistischer, neonazistischer Mordanschläge ist für uns zugleich Verpflichtung, öffentlich zu zeigen, dass in unserer Stadt, in unserer Gesellschaft Ausgrenzung, Intoleranz und Rassismus keinen Platz haben dürfen.

Wir rufen auf, sich am Freitag, dem 24. Mai 2019, um 18.00 Uhr auf dem Hülya-Platz (in Frankfurt-Bockenheim, Friesengasse) an der Veranstaltung zu beteiligen!