Konferenz: 10 Jahre Rojava

erstellt von medico international — zuletzt geändert 2022-06-29T09:21:12+01:00
Vom demokratischen Experiment zum Hoffnungsträger einer Region. Am 10.09. und 11.09.2022 finden 11 Veranstaltungen in Form von Panels und Vorträgen mit mit Vertreter:innen aus Rojava, Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Politiker:innen aus Deutschland statt.
  • Konferenz: 10 Jahre Rojava
  • 2022-09-10T10:00:00+02:00
  • 2022-09-10T20:00:00+02:00
  • Vom demokratischen Experiment zum Hoffnungsträger einer Region. Am 10.09. und 11.09.2022 finden 11 Veranstaltungen in Form von Panels und Vorträgen mit mit Vertreter:innen aus Rojava, Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Politiker:innen aus Deutschland statt.
  • Wann 10.09.2022 von 10:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Alle Termine 10.09.2022 von 10:00 bis 20:00 11.09.2022 von 10:00 bis 20:00
  • Wo medico-Haus, Lindleystr. 15
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

Der Aufstand der Demokratiebewegung 2011 in Syrien setzte auch für die kurdische Minderheit im Norden Syriens (kurdisch „Rojava“) etwas in Gang, das bis heute hält. Aus dem demokratischen Experiment, wie medico die Entwicklungen Rojavas lange beschrieb, ist inzwischen eine autonome Selbstverwaltung geworden. Der Idee eines eigenen, kurdischen Nationalstaates ist ein sogenanntes demokratisches konföderales System gewichen, in dem Minderheitenrechte, Gleichberechtigung und Demokratie das Handeln leiten.

medico hat Rojava von Beginn an begleitet. Flüchtlingshilfe, Aufbau des Gesundheitssystems und Menschenrechtsarbeit sind bis heute zentrale Bestandteile der Arbeit von medico-Partner:innen vor Ort.

Zehn Jahre nach der friedlichen Übernahme Kobanês ist das „demokratische Projekt Rojava“ jedoch mehr als bedroht, Ankündigungen eines erneuten militärischen Angriffes der Türkei überschatten die lokalen Entwicklungen. Seit Monaten finden außerdem gezielte türkische Drohnenangriffe im Grenzgebiet statt. Hinzu kommt eine drohende Wasserknappheit durch Dürre (Klimawandel) und Begrenzung des Zuflusses durch die Türkei. Ungelöst ist zudem die Frage wie ein angemessener Umgang mit den über zehntausend (internationalen) IS-Kämpfern und Angehörigen aussehen kann. Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen und Gerechtigkeitsprozesse sind in der Kriegsregion ebenso offene Prozesse. Bis heute gibt es keine politische Perspektive für die Region, die fehlende internationale Anerkennung führt immer wieder an Grenzen, die besonders im Bereich der humanitären Hilfe schwer wiegen.

Programm

  • Samstag 10. September 2022

10h Begrüßung & Grußworte

10.30-11.45h 10 Jahre Rojava – Rückblick in einer Zeit der Weltunordnung
Martin Glasenapp (ehem. Nahostreferent von medico international), Christin Lüttich (Adopt a Revolution), Nilüfer Koç (Ko-Vorsitzende Kurdischer Nationalkongress)

12.00-12.30h Vom kurdischen Nationalstaat zum demokratischen Konföderalismus. Eine Alternative zum Paradigma des zentralisierten Nationalstaates
Dr. Dilar Dirik (Soziologin, Universität Oxford)

12.30-13.30h Mittagspause

13.30-15.00h Entwicklung der autonomen Selbstverwaltung – eine kritische Bestandsaufnahme
Ercan Ayboga (Stellv. Regionalbüroleiter Rosa Luxemburg Stiftung, Hessen), Dr. Sardar Saadi (Direktor Institut für Sozialwissenschaften, Universität Rojava), Kristin Helberg (Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Syrien-Expertin)

15.00-15.30h Pause

15.30-16.30h Recht auf Wasser: Klimawandel & Wasser als Kriegsmittel
Egid Ibrahim (Right Defense Initiative-RDI, Rojava), Nick Hildyard (The Corner House, UK)

16.30-18.00h Neutrale Hilfe? Humanitäre Hilfe in Syrien
Sherwan Bery (Kurdischer Roter Halbmond, Rojava),  Kristin Helberg, Christin Lüttich

18.00-18.15h Pause

18.15-19.30h Das Land, das nicht ist: Zwischen geopolitischen Interessen und internationaler Anerkennung
Abdulkarim Omar (Außenbeauftragter der Autonomieverwaltung, Rojava), Thomas Schmidinger (Politikwissenschaftler, Sozial- und Kulturanthropologe), Kamal Chomani (Kurdish Peace Institute)

  • Sonntag 11. September 2022

10.00-11.30h Bedrohtes Rojava: Von Rüstungsexporten bis Drohnenkrieg
Jan van Aken (Referent zu internationalen Krisen und Konflikten der Rosa Luxemburg Stiftung), Matthias Monroy (Wissensarbeiter, Aktivist und Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei/CILIP), Rojava Information Center

11.45-13.15h Menschenrechte verteidigen: Aufarbeitung und Gerechtigkeit für die Opfer des Krieges
Videobotschaft von Düzen Tekkal (HÁWAR.help)
Egid Ibrahim (Right Defense Initiative-RDI, Rojava), N.N. (ECCHR), Kamal Sido (Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen)

14.00-15.30h Die große Bürde: Zum Umgang mit (internationalen) IS Anhänger:innen und die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft
Adnan Khalil (Purity, Rojava - online), Thomas Schmidinger (Politikwissenschaftler, Sozial- und Kulturanthropologe), N.N. (ECCHR)

15.45-17.00h Perspektive Rojava!?
Îlham Ehmed (Ko-Vorsitzende Exekutivrat der autonomen Selbstverwaltung Nordost Syrien), Nilüfer Koç, Anita Starosta (medico international)

Die Konferenz findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.

Anmeldung: https://www.medico.de/10-jahre-rojava