*online* Türkei: Die neue Drohnenmacht?

erstellt von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit — zuletzt geändert: 2020-08-07T18:36:48+02:00
Zwischen legitimer Tötung, Kriegsverbrechen und menschenrechtswidriger Hinrichtung. Onlineveranstaltung mit Matthias Monroy, Meral Çiçek und Dr. Robert Frau
  • Wann 11.08.2020 von 19:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Livestream auf YouTube
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Die Türkei führt heute einen Krieg an mehreren Fronten gleichzeitig: In Nordkurdistan wütet ein regelrechter türkischer Staatsterrorismus gegen die kurdische Gesellschaft und ihre politischen Institutionen. Die Kriegspolitik des türkischen Staates gegen die kurdische Freiheitsbewegung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Nordkurdistan. Es ist die neue außenpolitische Doktrin der Türkei, den Krieg auch außerhalb ihres Staatsterritoriums beziehungsweise ihrer Staatsgrenzen zu führen.

Zusätzlich zu Nordkurdistan eskaliert die Regierung unter Führung Erdoğans den Krieg in Südkurdistan (Nordirak) und in Rojava (Nordsyrien).

Bewaffnete Drohnen und gezielte Luftschläge sind hierbei das neue Wundermittel der türkischen Kriegsführung. Sie kommen in Südkurdistan und Rojava fast täglich zum Einsatz. Alleine in den letzten Monaten sind mehrere Massaker an der kurdischen Zivilbevölkerung durch den Einsatz von türkischen Killerdrohnen verübt worden.

Die bewaffnete Drohne als neue Waffe ist dabei von der türkischen Regierung in den hööchsten Tönen gelobt worden. Dabei ist eine völkerrechtliche Legitimation dieser gezielten Tötungen auf fremdem Staatsterritorium jedenfalls äußerst zweifelhaft.

Wie funktioniert der Drohnenkrieg des 21. Jahrhunderts? Wer wird mit diesen gezielten Tötungen bekämpft? Und wie sind diese Angriffe aus Völkerrechtsperspektive zu bewerten?

Matthias Monroy, Journalist und Mitarbeiter im Deutschen Bundestag, zeigt die Funktionsweise der unbemannten Drohnen und gezielten Luftschläge auf.

Meral Çiçek, die Vorsitzende des Frauenzentrums REPAK mit Sitz in Silêmanî, wird über die spezifisch türkische Entwicklung des „autonomen Krieges" berichten und darlegen, warum insbesondere Frauen und Kurd*innen hiervon besonders betroffen sind.

Priv-Doz. Dr. Robert Frau, Völkerrechtler von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder ordnet die Praxis der türkischen Armee aus juristischer Perspektive ein.

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Lukas Theune. Er ist Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Republikanische Anwältinnen- und Anwältevereins (RAV).

Eine Veranstaltung vom Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. (RAV) und  Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.

Link zur Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=LodfuWlTFm8&feature=emb_err_woyt