Repression und Weitermachen unter Salvini

erstellt von Malaboca collective — zuletzt geändert: 2019-02-16T11:28:52+00:00
Giambellino resiste! Bericht über das Nachbarschaftskomitee in Giambellino und die aktuellen Entwicklungen.
  • Wann 22.02.2019 ab 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Klapperfeld, Klapperfeldstr. 5
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Im Jahr 2014 wurde im Arbeiter*innenviertel Giambellino in Mailand das Nachbarschaftskomitee Comitato Abitanti Giambellino Lorenteggio. gegründet. Seitdem werden leerstehende und dem Verfall überlassene Sozialbauwohnungen im Viertel kollektiv und selbstorganisiert besetzt und Zwangsräumungen verhindert. Es wird versucht mit solidarischen Projekten wie Nachhilfeunterricht, Kantinen und Sportvereinen der sozialen Zurichtung entgegenzuwirken und gemeinsam eine kämpferische Perspektive zu entwickeln.

Keine fünf Jahre später wurde am 13.12.2018 durch die Carabinieri eine Razzia gegen das Nachbarschaftskomitee in Giambellino durchgeführt – der Vorwurf lautet: „Bildung einer kriminellen Vereinigung zum Zweck der organisierten Besetzung“. Da der Straftatbestand sonst für Ermittlungen gegen mafiöse Racketstrukturen genutzt wird, wird das Komitee somit faktisch mit dieser in einen Topf geworfen.

Neun Genoss*innen des Nachbarschaftskomitees befinden sich seitdem unter strengen Auflagen unter Hausarrest, fünfundsiebzig weitere Aktivist*innen sind Teil des Ermittlungsverfahrens. Dieser Angriff ist nicht nur ein herber Schlag gegen die Betroffenen, er ist auch ein Wink mit dem Zaunpfahl seitens des Staates an die vielen weiteren solidarischen Komitees und antirassistischen Projekte, die es landesweit gibt. Angesichts des Rechtsrucks und der anhaltenden ökonomischen Krise in Italien bekommt diese Form der Repression einen noch bitteren Beigeschmack, einen, der einem mit dem Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen hierzulande nicht vergeht.

Bei der Veranstaltung werden Genoss*innen über ihre Begegnungen und den strategischen Reflexionen anhand des Nachbarschaftskomitee sowie über die aktuellen Entwicklungen berichten. Weitergehend werden sie der Frage nach der Perspektive transnationaler Solidaritätsarbeit angesichts der gegenwärtigen politischen Lage stellen. Die Genoss*innen aus Giambellino kämpfen weiter, ein Grund mehr ihnen zur Seite zu stehen und weiter voneinander zu lernen.