Solidarität mit Dimitris Koufontinas

erstellt von Antifa United Frankfurt — zuletzt geändert: 2021-03-10T22:18:59+02:00
Solikundgebung mit dem hungerstreikenden politischen Gefangenen Dimitris Koufontinas in Griechenland
  • Wann 12.03.2021 von 18:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Griechisches Generalkonsulat, Zeppelinallee 43
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Als Mitglied der revolutionären Organisation "17. November" stellte sich Dimitris Koufontinas 2002 und übernahm die politische Verantwortung für ihre Aktionen. Dafür sitzt er seit 2003 im Gefängnis. Die ersten 16 Jahre saß er im Knast in Athen und wurde dann in ein "Farm-Gefängnis" gebracht, wo ein etwas offenerer Vollzug herrscht.

Die regierende Partei Nea Dimokratia hat Ende letzten Jahres ein Gesetz erlassen, das besagt, dass Gefangene die wegen Terrorismus einsitzen nicht in Farm-Gefängnissen untergebracht werden sollen. Koufontinas ist bisher der einzige Gefangene in Griechenland, auf den dieses Gesetz zutrifft. Nach diesem Gesetz soll Koufontinas in das Gefängnis verlegt werden in dem er zuvor einsaß. Namentlich Korydallos in Athen.

Stattdessen wurde er aber in ein anderes Hochsicherheitsgefängnis verlegt, das viel weiter weg von seiner Familie und seinen Anwält*innen ist. Dass diese Verlegung, selbst nach dem eigens für Koufontinas geschaffenen Gesetz, unrechtmäßig ist, scheint den Staat nicht im geringsten zu stören.

Deshalb trat der mittlerweile 63jährige am 8. Januar 2021 in den Hungerstreik und am 22. Februar in den Durststreik, um seine Verlegung in das Korydallos Gefängnis zu fordern. Seit mittlerweile 59 Tagen (Stand 8. März) hält dieser Zustand an ohne dass die Regierung auf die Forderungen eingeht und Koufontinas Tod damit billigend inkauf nimmt. Neben der Auslöschung eines revolutionären Kämpfers, haben die regierenden Eliten auch eine ganz persönlichen Groll gegen Koufontinas, da auch Teile ihrer Familie zum Ziel der 17N wurden. Ihr Handeln ist somit ein persönlicher Racheakt.

Sollte Koufontinas sterben, wäre das der erste tote Hungerstreikende in Europa seit 40 Jahren. Die Einschätzung seiner Ärztinnen ist, dass er jeden Moment sterben könnte. Seit dem Beginn seines Hungerstreiks gab es allein in Griechenland über 400 Solidaritätsaktionen aller Art und hundertfach internationale Grüße und Aktionen.

Seit einigen Tagen gehen die Menschen massenhaft auf die Straße um für das Leben von Dimitris Koufontinas zu demonstrieren, während die Polizei mit freundlicher Unterstützung der Presse versucht jeden Protest zu verhindern, denn die Corona Maßnahmen der Regierung verbieten schon seit Monaten jede Form der Demonstration und politischen Versammlung.

Was wir in Griechenland sehen ist, dass ein Revolutionär und politischer Gefangener, der sein ganzes Leben dem Kampf für die Freiheit gewidmet hat und dafür einsteht, systematisch seiner Rechte beraubt und umgebracht wird. Von einem Staat der in den letzten Jahren zunehmend faschistischer wird; der Militär und Polizei aufrüstet während u.a Gesundheits- und Bildungssektor komplett vernachlässigt werden; der Neoliberale und repressive Gesetze verschärft; der mehr und mehr in der Tradition der Militärdiktatur die eigene Bevölkerung mit Tränengas, Blendgranaten und Schlägen drangsaliert. Der schlussendlich seine ganze Macht nur dafür benutzt jegliche Art von aufständischem Leben auszulöschen.

Wir zeigen uns solidarisch mit dem Hungerstreikenden und allen politischen Gefangenen und fordern die sofortige Beendigung der unrechtmäßigen Behandlung und seine Rückführung nach Korydallos.

Niemand allein in den Händen des Staates!

Solidarität mit D. Koufontinas!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!