Vom ‚Flüchtling‘ zum Nachbarn

erstellt von Die Linke. im Römer — zuletzt geändert: 2019-08-16T15:12:45+00:00
11-17 Uhr: Internationale Tagung || 18-21 Uhr: Podiumsdiskussion || Thema: Was Europas Kommunen für Geflüchtete und Migrant*innen tun können: sicher, sozial, solidarisch.
  • Wann 24.08.2019 ab 11:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9
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Internationale Tagung

11 Uhr: Begrüßungen
» Dominike Pauli, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE. im Römer
» Dieter Storck, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen
» Dr. Florian Weis, Gf. Vorstand Rosa-Luxemburg-Stiftung

Panel 1
Flucht und Migration als Herausforderung für Europas Kommunen – Sichere Häfen und Solidarity Cities – Beispiele und Strategien der Aufnahme und Unterstützung – staatliche Behinderungen, Hürden und mögliche Spielräume
Mit:
» Wenke Christoph, Europareferat der RLS Berlin (Einführung);
» Alessia Muscas, Sozialdezernentin, Re.Co.Sol. (Netzwerk solidarischer Städte), Sardinien, Italien;
» Tajana Tadic, NGO Are You Syrious (Hilfenetzwerk für Geflüchtete), Zagreb, Kroatien

13:30 Uhr Mittagspause mit Imbiss (wird gestellt)

14 Uhr: Panel 2
Integration kann nur kommunal gelingen: Wohnen, Sprache, Beschulung, Gesundheit, Arbeit – Gelingende Aufnahme in die Gesellschaft – Integration und (kulturelle und ethnische) Identität
Einführung: Dieter Storck, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen
Mit:
» Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen im Römer), Magistratsmitglied und ehem. Dezernentin für Integration Frankfurt;
» Michaele Sojka (DIE LINKE), Mitglied des Stadtrats und Kreistags von Altenburg/Thür., ehem. Landrätin des Altenburger Lands;
» Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi (Sozialistische Partei Österreichs), MdL und Gemeinderat von Wien

17—18 Uhr Pause

18 Uhr: Podiumsdiskussion
Mit:
» Omar Al-Rawi, SPÖ, Abgeordneter Landtag und Gemeinderat Wien
» Wenke Christoph, Europareferat Rosa Luxemburg Stiftung, Berlin
» Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Die Grünen, ehemalige Dezernentin für Integration Frankfurt
» Alessia Muscas, Re.Co.Sol. Sardinien, Sozialdezernentin von Villanovaforru
» Dominike Pauli, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE. im Römer
» Michaele Sojka, DIE LINKE, ehemalige Landrätin, Thüringen
» Dieter Storck, Vorsitzender Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen
» Tajana Tadic, Sprecherin des Hilfenetzwerkes Are You Syrious?, Zagreb
Moderation: Andrea Ypsilanti, SPD

Die Teilnehmer*innen an der Podiumsdiskussion:

ALESSIA MUSCAS, Italien
vertritt die Re.Co.Sol. Sardinien – das ist das Netzwerk der mit den Geflüchteten und mit Riace solidarischen Städte und Gemeinden, der sardische Ableger von Re.Co.Sol. Italien – und sie ist Sozialdezernentin der Stadt Villanovaforru im Südwesten der Insel. Re.Co.Sol. Wurde bereits 2003 gegründet, um sich auf kommunaler Ebene gegen jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung zu engagieren, und ist im Kontext der Solidarisierung mit Mimmo Lucano stark in den Focus gerückt, dem von Salvini abgesetzten und mit Prozessen überzogenen Bürgermeister von Riace in Kalabrien, der ein europaweit beachtetes und gerühmtes Integrationsmodell für Geflüchtete aus Afrika in seiner Stadt entwickelt hatte.

TAJANA TADIC, Zagreb
ist eine kroatische Aktivistin und maßgeblich tätig in dem NGO-Netzwerk „Are You Syrious“ zur Hilfe für und Unterstützung von Geflüchteten, die entweder Kroatien durchqueren oder dort (freiwillig oder unfreiwillig) bisher geblieben sind und vor allem solchen, die in Serbien/Bosnien an der kroatischen Grenze unter sehr schweren Bedingungen in Lagern leben und nicht über diese Grenze gelassen werden. Dabei gewinnt die Arbeit für die Aufnahme und Integration von Geflüchteten in Kroatien selbst zunehmend an Bedeutung.

Dipl.-Ing. OMAR AL-RAWI, Österreich
von der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ) ist Abgeordneter des Landtags und des Gemeinderats der Stadt Wien, dort u. a. im Ausschuss für europäische und internationale Angelegenheiten tätig. Geboren in Bagdad, seit 1988 österr. Staatsbürger, Betriebsrats-Vorsitzender der Strabag Bau AG. Außerdem ist er Integrationsbeauftragter der islamischen Glaubensgemeinschaft.

Dr. NARGESS ESKANDARI-GRÜNBERG, Frankfurt am Main DIE GRÜNEN im Römer. Mitglied des Magistrats, 2008-2016 Dezernentin für Integration – also während des „Sommers der Flucht“ 2015. Leitet im Rahmen des DRK die Beratungsstelle für Migrant*innen HIWA. Geboren in Teheran, 1985 Flucht als politisch Verfolgte aus dem Iran, Studium und Promotion in Frankfurt (Psychoanalytikerin). Sie hat über viele Jahre, zunächst auch durch das „Amt für multikulturelle Angelegenheiten“, die Integrationspolitik in Frankfurt, der wohl internationalsten Stadt Deutschlands, maßgeblich mitgestaltet. Dabei stellte 2015 und die Zeit danach eine besondere Herausforderung dar.

MICHAELE SOJKA, Thüringen
DIE LINKE. Landrätin des Kreises Altenburger Land 2012-2018 und jetzt Mitglied des Kreistags sowie des Stadtrats von Altenburg. Sie hat den „Sommer der Flucht“ 2015 als verantwortliche Landrätin in Thüringen erlebt und die Aufnahme der Geflüchteten in ihrem Bereich trotz großer Widerstände menschlich gestaltet. Deshalb ist ihr Thema: Mit welchen Konzepten erfolgt in den neuen Bundesländern die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen.

DOMINIKE PAULI, Frankfurt am Main
Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. Im Römer seit 2014. Außerdem verantwortlich für die Ressorts Bildung und Integration sowie Soziales und Gesundheit. Insbesondere kämpft sie im Römer dafür, dass die Stadt Frankfurt ein Boarding House für Wanderarbeiter*innen und Arbeitssuchende insbesondere aus Osteuropa errichtet und finanziert, um endlich die menschenunwürdigen selbsterrichteten improvisierten „Favelas“ dieser Menschen auf Brachflächen ohne jede Infrastruktur überflüssig zu machen.

Moderation der Podiumsdiskussion:
ANDREA YPSILANTI, Frankfurt am Main
SPD Hessen. Landesvorsitzende der Partei 2003-2009, Mitglied des Hessischen Landtags 1999-2018, bis 2009 Fraktionsvorsitzende. Herausragendes Ereignis war ihr Versuch, nach der Landtagswahl 2008 als Spitzenkandidatin der SPD eine rot-grüne Regierung mit Tolerierung durch die Partei DIE LINKE. zu bilden, ein für den Westen Deutschlands bis dahin einmaliger Vorgang, der daran scheiterte, dass 4 Abgeordnete vom rechten Flügel der SPD letztlich ihre Zustimmung verweigerten. 2010 war sie Mitgründerin des „Instituts für solidarische Moderne (ISM)“, einer Denkfabrik für parteiübergreifende linke Konzeptionen als politische Alternative zum Neoliberalismus.