Zwei Jahre Trump-Land - Eine Zwischenbilanz.

erstellt von DGB Frankfurt — zuletzt geändert: 2019-02-05T11:09:43+00:00
mit Carsten Hübner, Direktor des Transatlantic Labor Institute (TLI)
  • Wann 14.02.2019 ab 18:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Saal, Teil A, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
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Die USA scheinen von allen guten Geistern verlassen zu sein. Im November 2016 wurde Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Am 20. Januar 2017 legte er den Amtseid ab. Seither steht Washington Kopf. Regiert wird per Twitter und Executive Orders. Internationale Diplomatie mit der Brechstange ist an der Tagesordnung. Wer die Gefolgschaft verweigert, wird gefeuert. Bei Widerspruch hagelt es öffentliche Beleidigungen – nicht selten unter der Gürtellinie. Tag für Tag wird übertrieben, verfälscht und gelogen, dass sich im Weißen Haus die Balken biegen.
Und dennoch: Die Zwischenwahlen im November 2018 haben gezeigt, dass Trump noch immer auf große Teile der US-Wählerschaft bauen kann. Trotz unzähliger Skandale und Aufreger konnte die Demokratische Partei nur vergleichsweise bescheiden zulegen. Manche Beobachter meinen sogar, Trump sei letztlich gestärkt aus den Midterm Elections hervorgegangen.
Der Vortrag widmet sich dem Henne-Ei-Problem: Ist Donald Trump für den Niedergang der amerikanischen Politik verantwortlich? Oder ist seine Präsidentschaft vielmehr das Ergebnis dieses Niedergangs? Was hat es mit dem Mantra auf sich, die USA seien ein zutiefst gespaltenes Land? Wie reich sind die Reichen? Wie arm die Armen? Was ist „white fear“ und wie wirkmächtig sind Rassismus, Nationalismus, Großmannssucht und gekränkte Männlichkeit in Politik und Gesellschaft? Und schließlich: Wer ist die „schweigende Mehrheit“, auf die sich Trump bezieht, wer hat ihn gewählt und wie groß ist seine Unterstützung beim Prekariat, bei Arbeitnehmer*innen und Gewerkschafter*innen?
Am Ende seines Vortrages versucht der Referent in die Zukunft zu schauen: Könnte Trump im Jahr 2020 tatsächlich die Wiederwahl gelingen? Und ist es völlig undenkbar, dass wir in absehbarer Zeit auch in Deutschland und Europa amerikanische Verhältnisse bekommen?


Zum Referenten: Carsten Hübner (49) arbeitet als geschäftsführender Direktor des Transatlantic Labor Institute (TLI).
Das TLI hat seinen Sitz in den Südstaaten der USA in der Nähe von Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Es geht auf eine gemeinsame Initiative der IG Metall und der US-amerikanischen Autoarbeitergewerkschaft UAW zurück und widmet sich der transnationalen gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.


Eine Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbunds Frankfurt am Main.