26 Jahre „Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim“ (LAGG)

erstellt von BCC und KunstGesellschaft — zuletzt geändert: 2018-03-14T12:09:44+02:00
Matinee des Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V. mit Lothar Reininger. Mitbegründer Lothar Reininger spricht über Kämpfe und Erfolge des Vereins LAGG, der viele Projekte in Frankfurt und der Region initiiert und gefördert hat.
  • Wann 18.03.2018 ab 11:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5
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Betriebsräte bei Triumph Adler gründeten vor 26 Jahren den Verein „Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim" (LAGG), um gegen Stellenabbau und die völlige Schließung des Traditionsbetriebes zu kämpfen. Sie organisierten Werksbusse, eine Kantine, Weiterbildung, eine Jubiläums- und Sozialkasse, retteten die schon verkauften Werkswohnungen und vieles andere mehr. Von Anfang an kümmerten sie sich aber auch um die Aufarbeitung der Geschichte der Adlerwerke, denn auf dem Gelände befand sich während der Nazizeit ein KZ. Nur ganz wenige der Häftlinge überlebten Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit, Schläge und Todesmärsche und keiner von ihnen erhielt eine Entschädigung.

Der Verein erreichte, dass die Existenz des KZs mit dem Decknamen „Katzbach" wieder bekannt wurde, dass die Dresdner Bank und andere Profiteure der Zwangsarbeit auf Grund des öffentlichen Drucks doch Gelder fließen ließen. Ein Massengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof wurde von der LAGG neu gestaltet und gepflegt, mit Überlebenden nahm man Kontakt auf und man erreichte, dass ein Platz im Gallus nach zwei Männern benannt wurde, die die SS auf offener Straße erschoss.

Darüber hinaus engagiert sich der Verein LAGG für genossenschaftliches Wohnen, für Waisenkinder in Kobane und andere Menschen in schwierigen Situationen.

Moderation: Ulrike Holler.

Eintritt: 5 € / 1 €