Film: Gegen den Strom – Kona fer í stríd

erstellt von Filmforum Höchst — zuletzt geändert: 2019-01-08T21:58:51+01:00
von Benedikt Erlingsson (IS/F/USA 2018, 101 Min., OmU). Der Titel ist Programm: Gleich in der Eingangsszene schafft es die One-Woman-Umweltaktivistin Halla, mit handwerklich spektakulärer Raffinesse, das Stromnetz lahmzulegen und damit ein Zeichen gegen die Übernahme der Energieversorgung Islands durch ausländische Firmen zu setzen.
  • Film: Gegen den Strom – Kona fer í stríd
  • 2019-01-15T20:30:00+01:00
  • 2019-01-15T23:59:59+01:00
  • von Benedikt Erlingsson (IS/F/USA 2018, 101 Min., OmU). Der Titel ist Programm: Gleich in der Eingangsszene schafft es die One-Woman-Umweltaktivistin Halla, mit handwerklich spektakulärer Raffinesse, das Stromnetz lahmzulegen und damit ein Zeichen gegen die Übernahme der Energieversorgung Islands durch ausländische Firmen zu setzen.

Die alleinstehende Endvierzigerin ist im offiziellen Leben unauffällig und als Chorleiterin fester Bestandteil ihrer Gemeinschaft. Trotzdem kämpft sie selbstbewusst und zielstrebig für ihre Werte. Als ein Brief ins Haus flattert, der dem längst vergessenen Antrag auf Adoption eines ukrainischen Waisenmädchens zustimmt, muss sie ihre Aktivitäten in Anbetracht ihrer zukünftigen Mutterschaft überdenken.

Typisch für so manche isländische Filme packt Erlingsson seine tiefsinnigen Themen in ein Gewand aus Komik und Skurrilität. Zufällig gerät immer wieder ein harmloser lateinamerikanischer Tourist in Verdacht der Sabotage; die Filmmusik – eine dreiköpfige Männerband mit Tuba, Akkordeon und Klavier sowie ein ukrainischer Frauentrachtenchor – ist live in die Handlung integriert und Halldóra Geirharðsdóttir darf ihr schauspielerisches Talent gleich bei zwei Figuren (Halla und ihre Zwillingsschwester) beweisen.

Ein Film, der wirklich alles bietet, was ein herausragendes Kinoerlebnis fordert: Humor, Tiefgang und atemberaubende Landschaftsaufnahmen.