Kritik der politischen Ökonomie in den (Natur-)Wissenschaften

erstellt von Unter_berg und unter_bau — zuletzt geändert: 2018-11-05T18:05:52+01:00
Kurzvorträge von Johann Feuchter und Vera Laub als Diskussionsanstöße. Inwiefern sind wir als (angehende) Wissenschaftler*innen in den Prozess kapitalistischer Produktion eingebunden?
  • Wann 13.11.2018 von 18:30 bis 21:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Campus Riedberg, Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal 6
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Der wissenschaftliche Prozess steht von jeher in einem nicht zu trennenden Zusammenhang mit dem Prozess, in dem die Menschen ihr Leben nach seiner materiellen Seite hin produzieren und reproduzieren. Er ist zugleich selbst Produktionsprozess immaterieller Erzeugnisse – Informationen. Dieser Prozess, auf den wir als Studierende vorbereitet werden - in den wir als wissenschaftliche Hilfskräfte eingebunden sind, erzeugt in seinem Produkt – der wissenschaftlichen Erkenntnis – die Voraussetzungen der Warenproduktion auf modernem technischem Niveau. Er ist also die Voraussetzung kapitalistischer Produktion und damit der bürgerlichen Klassengesellschaft. Zugleich findet er selbst unter den Bedingungen eben jener statt - ist wie sie den anonymen Zwängen unterworfen, die sich aus dem Kapitalverhältnis ergeben.

Inwiefern sind wir als (angehende) Wissenschaftler*innen in den Prozess kapitalistischer Produktion eingebunden? In wie fern sind wir mit den Produkten unserer Arbeit daran beteiligt, dem Zwangsverhältnis, welches die spätbürgerlichen Gesellschaft der Menschheit darstellt, seine herrschaftstechnischen Waffen zu liefern?

Dieserlei Fragen wollen wir ausgehend von zwei kurzen theoretischen Inputs mit allen interessierten Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Promoviereden und sämtlichen weiteren Personen diskutieren, die ein wie auch immer geartetes Interesse an jeglicher Form von (Natur- oder Geistes)Wissenschaft und deren gesellschaftlichem Eingebunden-Sein haben. Insbesondere wollen wir auf den Klassencharakter der (Natur-)Wissenschaftlichen Arbeiter*innen, (Selbst-)Ausbeutung und Elitarismus eingehen.

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich (auch) an Interessierte, die aufgrund ihres naturwissenschaftlichen Studiums nicht die Zeit hatten, sich ausführlich mit der von Karl Marx ausgehenden, weit verzweigten theoretischen und praktischen Tradition der Kritik der politischen Ökonomie zu beschäftigen. Das bloße Interesse und/oder eine irgendwie geartete Erfahrung, mit allem, was sich universitär und wissenschaftlich nennt, reichen zur qualifizierten Teilnahme völlig aus.

Die Vortragenden selbst sind in ihrer akademischen Tätigkeit je zur Hälfte mit Natur- und Sozialwissenschaft befasst und beschäftigen sich selbst noch nicht all zu lange im engeren Sinne mit den oben beschriebenen Fragen. Die von ihnen gegebenen Kurzvorträge sollen daher tatsächlich als Diskussionsanstöße und keinesfalls als Verkündung letzter Wahrheiten verstanden werden.

Unter_berg ist der Zusammenschluss der in den Naturwissenschaften studierenden Mitglieder der Basisgewerkschaft unter_bau