Kurdische Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Nord-Irak berichten

erstellt von medico International — zuletzt geändert: 2018-02-06T14:12:47+02:00
Die Frauen der Organisation Rewan werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten - Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es?
  • Wann 22.02.2018 ab 19:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Festsaal im Studierendenhaus, Campus Bockenheim, Mertonstraße 26
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Viele Frauen und Mädchen im Irak und in Südkurdistan erfahren seit Jahrzehnten verschiedene Formen von Gewalt. Aktuell soll das "Ehefähigkeitsalter" auf 9 Jahre abgesenkt werden. Aber es gibt Widerstand.

Viele Frauen und Mädchen im Irak und in Südkurdistan erlitten und erleiden Verletzungen  ihrer grundlegenden Würde und erfahren seit  Jahrzehnten verschiedene Formen von Gewalt innerhalb fest verankerter patriachaler  Machtverhältnisse der irakischen wie kurdischen  Gesellschaft, ebenso durch bewaffnete Konflikte, insbesondere unter der terroristischen Gruppe Daesh (sog. IS).

Kürzlich versuchten konservative religiöse Politiker im irakischen Parlament eine Änderung des Personenstandgesetzes durchzusetzen, wonach u.a. das Ehefähigkeitsalter der Mädchen von derzeit 18 auf 9 Jahre herabgesetzt werden  sollte. Durch den vielschichtigen Protest von Frauenrechtler*innen und Aktivist*innen konnte der Beschluss über das Gesetz vorläufig abgewendet werden. Sie arbeiten nun an einem Gesetzesentwurf gegen häusliche Gewalt. In der kurdischen Autonomieregion hingegen führten Frauenrechtskämpfe bereits zur Verabschiedung eines Gesetzes zum Verbot der Vielehe und Vergewaltigung in der Ehe.

Rewan  ist  seit  1997  im  autonomen  kurdischen  Gebiet  (Nordirak) aktiv  im  Kampf  gegen  Gewalt  an  Frauen  und  für  deren Selbstbestimmung.  Zu  ihren Arbeitsbereichen zählen Dokumentation von und psychologische sowie rechtliche Beratung für Frauen und Mädchen, die von häuslicher, sexualisierter Gewalt, Genitalverstümmelung (FGM - Female Genital Mutilation), Vielehe, Kinderehe, Frauenmorden und Frauenverbrennung bedroht und / oder betroffenen sind. Mit ihrem Schwerpunkt auf Medienarbeit ermutigen sie Frauen, sich gesellschaftlichen Einfluss und Anerkennung zu erkämpfen, ihre eigenen gesellschaftlichen Visionen zu entwickeln und zu verwirklichen ohne sich darin den Männern zu verpflichten.

Die Aktivistinnen reisen an, um Öffentlichkeit für die Lage der kurdischen Frauen zu schaffen, wünschen sich solidarischen Austausch und hoffen auf Vernetzung. Wir wollen während dieser Veranstaltung von den Freundinnen lernen, herausfinden was uns verbindet und wie wir ihre Arbeit unterstützen können.

Der Eintritt ist kostenlos. Spenden für die Unterstützung der Organisation sind erwünscht.

Eine Veranstaltung der Unterstützer*innengruppe Rewan und des Autonomen Frauen*Lesben Referats der Uni Frankfurt, mit Unterstützung von medico international