Symposium: Der Börneplatz-Konflikt 1987 revisited 30 Jahre danach

erstellt von Fritz Bauer Institut — zuletzt geändert: 2017-06-27T17:27:15+02:00
Das Symposium setzt sich das Ziel, dreißig Jahre nach dem Konflikt die Streitpunkte neu zu bewerten und zur Diskussion zu stellen.
  • Wann 20.08.2017 von 13:30 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Frankfurt
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Die archäologischen Funde am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung aus, in der erstmals in der Bundesrepublik heftig darum gestritten wurde, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte zu verfahren sei. Es ging um die Deutung der Ghettoreste: Waren sie eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Sollte – nach dem Höhepunkt des Historikerstreits,– Geschichte im Museum »entsorgt« werden? Führte ein direkter Weg von den frühneuzeitlichen zu den nationalsozialistischen Ghettos?

Nach dem Streit um das Fassbinder-Stück »Der Müll, die Stadt und der Tod« zwei Jahre zuvor wurde im Börneplatz-Konflikt aber auch die Frage virulent, ob sich im Umgang mit den archäologischen Funden antisemitische Ressentiments zeigten.

Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde reagierten unterschiedlich auf die Debatte. Viele der älteren, die aus Osteuropa stammten, konnten sich mit der alten Frankfurter Gemeinde nicht so sehr identifizieren, dass sie für den Erhalt der Reste der Judengasse eintreten wollten. Für jüngere ermöglichte der Konflikt dagegen die Entdeckung einer bis dahin vergessenen Vergangenheit. Wieder andere sahen im Einsatz für den Erhalt der Ruinen eine problematische Identifizierung mit der deutschen und der Frankfurter Geschichte, die sie nicht teilen konnten.

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