Wie aus einer Anklägerin eine Angeklagte gemacht wird

erstellt von KunstGesellschaft — zuletzt geändert: 2018-06-05T13:54:34+01:00
Der Fall der deutsch-iranischen Künstlerin Parastou Forouhar mit Parastou Forouhar.
  • Wann 17.06.2018 ab 11:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5
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Vor 20 Jahren wurden die Eltern von Parastou Forouhar, zwei prominente Oppositionspolitiker, in ihrem Teheraner Haus bestialisch ermordet. Die Auftraggeber saßen in Ministerien und Geheimdiensten, blieben aber straffrei.

Am Jahrestag der Ermordung organisiert die Tochter in Teheran eine Gedenk- und Trauerfeier, die jedoch von den Sicherheitsbehörden regelmäßig gestört oder verboten wird, und fordert die vollständige Aufklärung dieses politischen Verbrechens. Dies aber will das iranísche Regime verhindern.

Deswegen gab es bei der Einreise für Parastou Forouhar immer wieder Schwierigkeiten, die Behörden bestellten sie ein, befragten sie, machten Druck, bis sie sogar der „Beleidigung des Sakrosankten" und der „Propaganda gegen das System" beschuldigt wurde. Anfang des Jahres hat das Revolutionsgericht in Teheran dann eine Bewährungsstrafe von sechs Jahren verhängt. Fünf Jahre wegen „Beleidigung der heiligen islamischen Werte und Märtyrer" und ein Jahr wegen „Propaganda gegen das System".

Was steckt hinter diesen Begriffen? Warum stellt und stellte sich Parastou Fohouhar dem Sicherheitsapparat? Warum wird ihre Kunst, werden ihre Objekte als Provokation empfunden? Welche Verbündete hat sie in ihrem Kampf um Gerechtigkeit?

Moderation: Ulrike Holler

Matinee der Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V.

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