Afrin: Wir schweigen nicht

erstellt von Edi Bese Plattform — zuletzt geändert: 2018-03-23T19:36:34+02:00
Edi Bese Plattform in Frankfurt ruft zur Protestdemonstration am 24. März um 14 Uhr an der Hauptwache auf.

Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Einmarsch der türkischen Armee und ihrer islamistischen Söldner in den Kanton Afrin, Rojava, Syrien.

Seit dem 20.Januar 2018 versucht die zweitgrößte NATO-Armee den Kanton Afrin zu erobern, die dortigen Bewohner*innen zu töten und zu vertreiben.
Dort leben zwar hauptsächlich Kurd*innen, aber auch viele Geflüchtete aus anderen Gebieten Syriens, sowie Alevit*innen, Araber*innen, Asyrer*innen, Turkmen*innen und viele andere Ethnien. Gemeinsam mit den Kurd*innen verteidigen sie ihre Region gegen die Invasoren.

YPG und YPJ, die dort gegen diese Invasion kämpfen, sind die Menschen, die im Sommer 2014 den Jesid*innen einen Fluchtkorridor freikämpften, als diese vom IS ermordet, Frauen und Kinder verschleppt und versklavt wurden. Die Bilder haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt. Es sind die Menschen, die danach Kobane und später Raqqa unter großen Opfern vom IS befreiten.

Jetzt hat die türkische Armee mitsamt ihren Söldnern vom IS, Al Nusra, Al Quaida und anderen dhihadistischen Gruppen aus der FSA Afrin umzingelt. Es gab schon zahlreiche Massaker in den Dörfern, die in die Hände dieser Barbaren gefallen sind. Falls Afrin fällt, droht ein Genozid. Erdogan hat angekündigt, in Afrin bleiben und auch noch den Rest von Rojava bis zur irakischen Grenze erobern zu wollen.

Hunderttausende Menschen sind weltweit seit dem 20.Januar auf den Strassen und protestieren.

Aber die Regierungen der NATO-Staaten schweigen. Die EU unterstützt die Aggression. Russland hat dem türkischen Staat den Luftraum geöffnet und damit die seit fast 2 Monaten andauernden permanenten Bombenangriffe ermöglicht. Deutschland hat Waffen und Panzer geliefert und unterstützt die türkische Regierung mit Millionen von Euro.

Anstatt den drohenden Genozid zu verhindern, werden hier kurdische Vereine, Verlage und Antikriegsdemonstrationen verboten, der Widerstand gegen diesen Krieg wird kriminalisiert, selbst das kurdische Neujahrsfest, Newroz, soll verhindert werden.
Auch in den Medien ist kaum etwas zu lesen, zu hören oder zu sehen.

Dieses Schweigen stützt die türkische Regierung unter Erdogan, ein Regime, das seit Jahren jegliche Opposition unterdrückt und mit absurden Anschuldigungen kriminalisiert, wie wir Alle im Falle von Deniz Yücel gesehen haben. Es ist das Regime, das im Jahre 2015 kurdische Städte dem Erdboden gleichgemacht hat und Hunderttausende zur Flucht zwang.

WIR SCHWEIGEN NICHT

Wir bitten Alle, für die Menschlichkeit und Solidarität keine leeren Worte sind, mit uns am 24. März um 14 Uhr in Frankfurt am Main, Hauptwache, zu demonstrieren.

Wir fordern von der Bundesregierung:

  • sofortige Maßnahmen, auch auf NATO-, EU- und UNO-Ebene , zur Beendigung des völkerrechtswidrigen Angriffs des türkischen Militärs auf Afrin
  • keine deutschen Rüstungsexporte an die Türkei und sonstige autokratischen Regime
  • politischen und diplomatischen Druck für die Wiederaufnahme der 2015 abgebrochenen kurdisch-türkischen Friedensgespräche
  • die Anerkennung der Demokratischen Föderation Nordsyrien und Unterstützung der demokratischen Selbstverwaltung
  • humanitäre Hilfe für den Kanton Afrin, insbesondere für Verwundete und Geflüchtete

Presseerklärung der EDI BESE PLATTFORM in Frankfurt/Main, 17.3.2018
Die Edi Bese Plattform ist ein Zusammenschluß von kurdischen, türkischen und deutschen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen gegen den Krieg in Afrin