DGB fordert „Frankfurter Mischung“ für neues Wohngebiet

erstellt von DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main — zuletzt geändert: 2017-08-30T15:42:24+02:00
Die Pläne für ein neues Wohngebiet im Frankfurter Nordosten bezeichnet der Frankfurter DGB-Vorsitzende Philipp Jacks als richtigen Schritt.

 „Die Koalition hat sich nach jahrelanger Diskussion endlich auf ein Gebiet geeinigt, nun muss es auch schnellstmöglich umgesetzt werden. Die Stadt platzt aus allen Nähten und darunter leiden vor allem die Normal- und Geringverdiener, die aus der Stadt verdrängt werden.“ Es könne nicht sein, dass zukünftig ausschließlich Topverdiener die freie Entscheidung für ein Leben in der Stadt haben, daher sei es wichtig, ein Wohngebiet in Stadtnähe mit Mietswohnungen für die vielen Normal- und Geringverdiener zu schaffen. „Die Warteliste ist schon jetzt länger als alle Wohnbauplanungen abdecken können, daher gilt nun: Butter bei die Fische“.

Jacks greift auch einen Vorschlag des Stadtentwicklers Stefan Forster auf: „Auf jeden Fall sollte das komplette Gebiet von öffentlichen Gesellschaften wie der ABG oder der Nassauischen Heimstätte mit einem ‚Generalplan aus einem Guss‘ entwickelt und bebaut werden.“ So könne ein in sich stimmiger Stadtteil geschaffen werden, der auch die Frisch- und Kaltluftzufuhr berücksichtigt. Und: falls Profite entstehen flössen diese nicht in private Taschen, sondern könnten für den städtischen Wohnbau genutzt werden.“

Außerdem bestehe dann die Sicherheit, dass ein hoher Anteil an gefördertem Wohnraum geschaffen werde. Der derzeit für die ABG vorgegebene Anteil von 40 Prozent reicht Jacks allerdings nicht aus: „Wir dürfen die Fehler der letzten Stadtentwicklungsprojekte wie Riedberg und Europaviertel nicht wiederholen, sondern sollten die in den 1990er Jahren von Planungsdezernet Wentz beworbene ‚Frankfurter Mischung‘ umsetzen: ein Drittel Sozialbau, ein Drittel Mittelstandsprogramm und ein Drittel freier Markt. Nur so kann eine Polarisierung der Stadtgesellschaft in arme und reiche Stadtteile verhindert werden.“

Sorge macht dem DGB-Vorsitzenden aber auch die Lage direkt an der A5, einer der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands. „Nicht nur wegen der Lärmbelastung, sondern auch wegen Abgasen und Gummiabrieb halte ich den Vorschlag der Einhausung oder Tieferlegung der A5 für bedenkenswert.“ Der Frankfurter Architekt DW Dreysee hatte diesen Vorschlag aus einem stadtplanerischen Interesse gemacht, weil nur so der neue Stadtteil nicht durch die A5 zerschnitten würde. „Auch hier sollten die Fehler der A661 in Seckbach nicht wiederholt werden“, so Jacks.

DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main, PM 24.8.2017