Frauen gemeinsam gegen Bolsonaro

erstellt von aba-ev Frankfurt — zuletzt geändert: 2018-09-30T18:31:30+02:00
Frankfurter Brasilianerinnen demonstrieren gegen Rechtsradikalismus und Frauenfeindlichkeit

Der 29. September 2018 wird als neuer Frauenkampftag in die jünger Geschichte Brasiliens eingehen. Eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen gehen in Brasilien tausende Menschen gegen den offen frauenfeindlichen, homophoben und rechtsradikalen Präsidentschaftskandidaten Bolsonaro auf die Straße.

Auch der Verein Abá – Arbeitskreis für Menschenrecht in Brasilien/Frankfurt und mehrerer Frauengruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet beteiligen sich mit einer Kundgebung an den Protesten. Mit ca. 200 Leuten demonstrierten die Frauen lautstark und mit wütenden Reden und Gesängen gegen den rechtspopulistischen brasilianischen Präsidentschaftskandidat am Goetheplatz in Frankfurt.

Und sie waren dabei nicht allein, denn nicht nur Frauen in Brasilien, sondern auch BrasilanerInnen im Ausland und vor allem in Europa schlossen sich dem Protest an. In mehr als 60 Städten unter andrem Berlin, Paris, Brüssel, Wien und Barcelona gingen hunderte Frauen der Bewegung „#EleNao" am Samstag auf die Straße, um ihrer Empörung Luft zu machen und Ihren Widerstand in die Öffentlichkeit zu tragen.

Sie wollen nicht hinnehmen das eine Ex-Militär der offen gegen Schwarze und Homosexuelle hetzt, der die Militärdiktatur der 1970'er Jahre verherrlicht, die ungleiche Bezahlung von Männer und Frauen verteidigt, öffentlich die Erschießung der Anhänger der Arbeiterpartei PT fordert und einer PT-Abgeordneten zurief, sie sei "so hässlich, dass sie es nicht einmal verdiene, vergewaltigt zu werden", zum Präsident Brasiliens gewählt wird.

Stattdessen fordern sie die Anerkennung der Vielfalt in der brasilianischen Gesellschaft. „Wir sind gegen die Faschistisierung Brasiliens, soziale Probleme lassen sich nicht mit Waffen lösen. Wir sind gegen eine Präsidentschaftskandidaten der offen Rassistisch auftritt. Für uns ist die Gleichberechtigung von Frau und Mann, Homosexuellen und Heterosexuellen und Trans  unantastbar. Wir werden nicht zulassen, dass ein Ex-Militär die Wiedereinführung einer Diktatur anstrebt und Schwarze, Indigene und Minderheiten als Untermenschen bezeichnet, Präsident wird. Der Nicht!“(Arbeitskreis für Menschenrecht in Brasilien/Frankfurt)

Ende August hatte die afro-brasilianerin Ludmila Teixeira die Facebookgruppe „Mulheres Unidas Contra Bolsonaro" (Frauen gemeinsam gegen Bolsonaro) gegründet und Frauen in Brasilien  dazu aufgerufen gemeinsam gegen Bolsonaro zu kämpfen. Unter dem Hashtag „#EleNao" (auf deutsch: der nicht) vernetzten sich in wenigen Wochen mehr als 3,8 Mio. Frauen über Facebook.

Arbeitskreis für Menschenrechte in Brasilien 
Frankfurt am Main, 30.9.2018